Erfurt - Bis vor Kurzem wäre auch ein Minister von den geplanten Auflagen für die Hundehaltung betroffen gewesen. Agrarminister Jürgen Reinholz (CDU) besaß noch voriges Jahr einen Mischling aus Staffordshire Terrier und Rottweiler. Die Hündin war allerdings im fortgeschrittenen Alter und lebt nicht mehr. Doch schon damals pflegte der Minister zu sagen, "das Problem ist immer am anderen Ende der Leine". Soll heißen: Nicht Hund, sondern Halter ist schuld, wenn es zu Beißattacken kommt.
Attacken wie am 21. Mai dieses Jahres, als im nordthüringischen Örtchen Sachsenburg vier Hunde ein kleines Mädchen zerfleischten. Unmittelbar nach dieser Tragödie verlangten Innenpolitiker von CDU und SPD strengere Vorschriften für sogenannte Kampfhunde. Innenminister Peter M. Huber (CDU) schien zunächst zu zögern und sah das Problem ähnlich wie Kabinettskollege Reinholz nicht beim Hund, sondern in falscher Haltung. So konnten sich in Sachsenburg die Hunde frei im Haus bewegen, als das Kleinkind mit seiner Urgroßmutter zu Besuch kam.