Thüringen Hunderte bei Demonstration gegen rechte Gewalt in Thüringen

Teilnehmer einer Demonstration mit dem Motto "Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren" laufen am 1. August 2020 mit Fahnen und Transparenten durch die Erfurter Innenstadt. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Erfurt - Gegen Rechtsextremismus und Übergriffe der rechten Szene haben am Samstag mehrere Hundert Menschen in Erfurt demonstriert.

Die Polizei sprach von etwa 400 Teilnehmern der Aktion - mit Stationen unter anderem vor der Staatskanzlei und dem Landtag. Die Demonstration durch die Innenstadt, zu der eine Initiative aufgerufen hatte, stand unter dem Motto «Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren». Auf Transparenten hieß es unter anderem «Dem Rechtsruck entgegentreten». Nach Polizeiangaben gab es keine Zwischenfälle.

Hintergrund der Aktion ist ein Vorfall am vorletzten Juli-Wochenende auf einer Grünfläche vor der Staatskanzlei, bei der eine Gruppe Jugendlicher angegriffen und verletzt wurde. Einige der Angreifer haben nach Angaben der Ermittlungsbehörden einen rechtsradikalen Hintergrund. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Mit der Demonstration solle auch Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt gezeigt werden, erklärten die Veranstalter. Vor allem Linke, Migranten und Geflüchtete seien Ziele von Angriffen.

In der Nacht zum Samstag gab es in Erfurt laut Polizei einen rassistisch motivierten Übergriff auf drei Männer aus Guinea. Einer der Männer wurde schwer, ein anderer leicht verletzt. Der Zustand des Schwerverletzten sei zeitweise kritisch gewesen, hieß es. Der Übergriff, an dem laut Polizei bis zu zwölf Personen beteiligt waren, ereignete sich vor einem Treffpunkt der rechten Szene in Erfurt.

 

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