Wie der Thüringenforst am Donnerstag mitteilte, breite sich die Giftraupe derzeit auf einer Fläche, die etwa zwei Fußballfeldern entspricht, aus. Während die Raupe nur bei einer Überbevölkerung für die befallenen Eichen schädlich werden könne, würde sie bei Waldbesuchern in jedem Fall gesundheitliche Probleme hervorrufen. Denn die Gifthärchen der Raupen reizten Haut, Hals und Bronchien.
"Die Raupen des Schmetterlings schützen sich mit einem Flaum aus giftigen Härchen vor Fressfeinden", sagt Thüringenforst-Vorstand Volker Gebhardt. Bei Berührung oder wenn die Tiere beunruhigt werden, brechen die Härchen ab und fliegen durch die Luft. Eingeatmet reizen diese Härchen Haut, Hals und Bronchien und können zu Halsschmerzen, Husten und Bronchitis-ähnlichen Beschwerden führen. Auf der Haut stellt sich oft schmerzhafter Hautausschlag ein. In den Augen kann das Nesselgift Bindehautentzündungen hervorrufen. Bei empfindlichen Menschen, etwa Kinder und Ältere, rufen die giftigen Härchen sogar allergische Schockreaktionen hervor, warnt Gebhardt.
Am besten schütze man sich vor den giftigen Härchen, indem man von Raupen befallene Bäume und Waldgebiete großräumig meidet. Das zuständige Forstamt Heldburg werde die bislang überschaubare Eichenfläche mit Hinweisschildern markieren und den Waldbesuchern andere Wege empfehlen. Aus biologischen Gründen könnten die Raupen laut Gebhardt frühestens im April 2017 bekämpft werden.
Erste Exemplare des Eichenprozessionsspinners hatten Experten der Thüringer Landesforstanstalt im Raum Heldburg und Colberg im vorigen Jahr entdeckt. Darum sei die Schädlingsüberwachung in diesem Jahr besonders intensiv gewesen. maz