Gütersloh/Erfurt - Mehr als zwei Drittel der Thüringer sind angeblich bereit, für ein besseres Bildungssystem auch höhere Steuern zu zahlen. Das geht aus einer bundesweiten Bildungsumfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung und zweier Tageszeitungen hervor.

130.000 Teilnehmer haben danach den umfrangreichen Online-Fragebogen ausgefüllt, darunter seien 3.800 Thüringer gewesen.

Wie am Donnerstag mitgeteilt wird, entzünde sich die Kritik der Thüringer am derzeitigen Bildungssystem vor allem am Bildungsföderalismus. Zugleich sei eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer der Ansicht, der Politik fehle es beim Thema Bildung an Mut zur Veränderung. Dies sei im Grundsatz auch die Meinung der Umfrageteilnehmer aus den anderen Bundesländern.

Die Thüringer sprächen sich zudem mehrheitlich für eine Garantie auf einen Ausbildungsplatz aus und möchten, dass die Schüler nicht schon nach der vierten Klasse auf unterschiedliche Schulformen aufgeteilt werden. Das von ihnen bevorzugte Schulmodell sei die Ganztagsschule. Nach Ansicht der Befragten aus Thüringen sollten Kita- und Schulbesuch kostenfrei sein. Eine knappe Mehrheit sei für Studiengebühren.

Unter den Thüringer Teilnehmern an der nicht repräsentativen Online-Umfrage seien vor allem solche mit hohem Bildungsabschluss und ausgeprägtem Interesse an Bildungsthemen gewesen. maz

Im Internet: www.bildung2011.de