Jenen, die das verhängnisvolle Ereignis in der Nacht vom 23. zum 24. Februar 2002 in Tiefenort im Wartburgkreis miterlebten, wird es wohl ewig im Gedächtnis bleiben. Kurt Block und Gerhard Krug, die noch immer in der Frankensteinstraße wohnen, erinnern sich. Als Kurt Block an jenem Sonntagmorgen aus dem Fenster sah, traute er seinen Augen nicht. "Der halbe Garten von Hochstrates ist verschwunden", rief er seiner Frau Barbara zu. Dort, unmittelbar am Haus, klaffte ein riesiges Loch. Barbara Block hatte ihren Mann in der Nacht mehrfach geweckt. Sie erzählt: "Ich hörte ein Geräusch. Es war, als würden irgendwo Schneemassen von einem Dach rutschen." Dorothea und Dieter Hochstrate waren im Kino. Als sie zurückkehrten, bemerkten sie nur, dass sich das Garagentor schwer öffnen ließ. Ihr Sohn hatte Glück, dass er in der Dunkelheit nicht in den Krater stürzte. "Als er heimkam, muss das Loch schon gewesen sein", mutmaßt Gerhard Krug. Er ist der Onkel des Jungen und wohnt zwei Häuser unter Hochstrates. Sie waren die ersten Tiefenorter Erdfall-Opfer. Bald nach dem Erdrutsch zogen sie weg.
Thüringen Erdfall-Opfer wollen ehrliche Antworten
Von Ilga Gäbler 24.02.2012 - 00:00 Uhr