Erfurt/Köln - In vielen Regionen Thüringens wird nach Einschätzung von Forschern seit Jahren am tatsächlich vorhandenen Bedarf an neuen Wohnungen vorbeigebaut - was dazu geführt hat, dass zwar in manchen Städten im Freistaat noch immer zu wenig neuer Wohnraum entsteht; auf dem Land allerdings teilweise sogar zu viele neue Wohnungen gebaut werden. Unter anderem im Wartburgkreis, im Landkreis Sonneberg und in der kreisfreien Stadt Suhl seien zuletzt zu viele neue Wohnungen gebaut worden, heißt es in einer Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Montag in Köln veröffentlicht hat. In allen drei Kommunen seien zwischen 2016 und 2018 etwa ein Fünftel mehr Wohnungen neu gebaut worden, als dort zwischen 2016 und 2020 überhaupt benötigt würden. Dass Sparer für sichere Anlagen inzwischen kaum noch Zinsen bekommen, während gleichzeitig Immobilienkredite günstig sind, hat in Deutschland zu einem seit Jahren anhaltenden Bauboom geführt.