Erfurt/Berlin - Die Zahl der Selbstanzeigen reuiger Steuerhinterzieher in Thüringen ist dieses Jahr stark gestiegen. Bisher seien 106 solcher Anzeigen über verschwiegene Kapitaleinkünfte im Ausland eingegangen - nach 68 im vorigen Jahr, teilte am Freitag das Finanzministerium in Erfurt mit.
Daraus ergäben sich zusätzliche Einnahmen von mehr als 1,2 Millionen Euro. Am Freitag hat der Bundesrat auch mit den Stimmen Thüringens strengere Regeln für die strafbefreiende Selbstanzeige gebilligt. Der Bundestag hatte dies schon beschlossen.
Damit werde für Abschreckung gesorgt, "bevor jemand den Pfad der Steuerehrlichkeit verlassen möchte", erläuterte Finanzministerin Heike Taubert (SPD).
"Steuerhinterziehung ist keine Bagatelle, sondern eine Straftat, welche auch diejenigen benachteiligt, die ehrlich und umfassend ihrer Steuerzahlungspflicht nachkommen."
So wird es nun für Steuerbetrüger ab Januar deutlich teurer, mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen. Steuerbetrug ist dann lediglich bis zu einer hinterzogenen Summe von 25 000 Euro straffrei.
Bei höheren Beträgen wird nur gegen Zahlung eines kräftigen Zuschlags von einer Strafverfolgung abgesehen: Bei mehr als 25 000 Euro gilt ein Aufschlag von 10 Prozent.
Ab einem Hinterziehungsbetrag von 100 000 Euro werden 15 Prozent fällig, bei einer Million verlangt der Fiskus sogar 20 Prozent mehr. Für eine wirksame Selbstanzeige verlängert sich zudem der Offenlegungszeitraum auf zehn Jahre. dpa