Team-Triathlon Ilmenau Duo Knopf/Koch gewinnt 28. Ilmenauer Team-Triathlon

Passend zum T-Shirt als „Die heißen Fritten“ an den Start gegangen empfangen Stephan Knopf und Oliver Koch hier im Ziel den Beifall des Publikums. Foto: Klaus-Ulrich Hubert

Den ersten Ilmenauer Team-Triathlon nach zweijähriger Corona-Pause gewinnen Stephan Knopf/Oliver Koch vor dem Arnstädter Duo Kevin Keith und Pascal Unbehaun.

Mit einem nach zwei Jahren Corona-Zwangspause fast halbierten Starterfeld knüpfte der SV TU Ilmenau am Mittwoch beim 28. Team-Triathlon in und um den Heyda-See an seiner Drei-Jahrzehnte-Tradition an.

Bei schönstem Sommerwetter erlebten die 50 Starterinnen und Starter im Spalier zahlreicher Organisatoren, der DRK-Wasserwacht und Zuschauer am Heydaer Staudamm den buchstäblich spritzigen Auftakt zu spannenden Wettkämpfen. Bevor das Teilnehmerfeld von 15 Teams in der Männer-Staffel, drei der Frauen- und sieben der Mixed-Staffel 20 Kilometer hinauf nach Schmerfeld, Reinsfeld, Wipfra und Neuroda in die Pedale traten gab es Triathlon-typisch die Belohnung vorab: „Auf die Plätze, fertig… los!“ – Ab in den Stausee zur angenehm abkühlenden Schwimmrunde. Stephan Knopf vom Team „Die heißen Fritten“ pflügte buchstäblich durchs Wasser, um als erster die gelben Wendetonnen zu passieren und durch seinen Teamkameraden Oliver Koch abgelöst zu werden.

Rasch hatte das Starterfeld solch eine Längenausdehnung, dass die Ersten bereits tropfnass mit ihrer Schwimmkleidung in den Fahrradsatteln saßen, als die weniger favorisierten, aber umso sportlicher ambitionierten Breitensportler noch im Wasser waren. Irgendwo mittendrin bei den 15 Männer-Duos auch Björn Illing, Hauptorganisator des Sportevents, das von Ehefrau Maria wieder sehr originell an Start und Ziel moderiert wurde.

Illing, der mit seinem Teampartner Thomas Just letztlich auf Platz 8 bei einer Gesamtzeit von 1:24:32 nach der dritten Disziplin, der finalen Sechs-Kilometer Waldlaufrunde, ins Ziel geschwitzt kam, entschlüsselte - noch schnaufend - das Rätsel: Warum findet das Team-Triathlon immer zur Wochenmitte, nicht aber an deren Ende statt? „Na, entstanden ist das hier alles als Idee des Unisportzentrums und des Studentensports. Der Wochenmitte-Termin also deshalb, damit auch Studentinnen und Studenten teilnehmen und helfen können, die oft nach der Studienwoche in ihre Heimatorte reisen.“

Seit 2009 hat der SV TU Ilmenau den Hut auf und wird dennoch weiterhin kräftig durch das Unisportzentrum unterstützt. Studierende aktiv am Start sowie bei den Organisatoren und Helfern am Versorgungspunkt - soviel ist augenfällig - werden dabei leider immer weniger. Der Start- und Zielort Stausee Heyda indes ist seit 30 Jahren geblieben. Und der hat bei den freizeitorientierten wie auch besonders ambitionierten Triathleten, vom Thüringer Nachwuchs bis hin zu den „Senioren“, ein Einzugsfeld der Teilnehmer von Friedrichroda, Arnstadt, Ilmenau und Erfurt bis nach Weimar.

Von hier war am Mittwoch auch der Thüringer Landestrainer im Triathlon, Tom Eismann, und der Manager des Bundesligateams („Team Weimarer Ingenieure“), Folker Schwesinger, am Start. Im inoffiziellen Wettbewerb um die lustigsten wie auch trefflichsten Team-Namen gestanden sie: „Retired extremly dangerous“. Im „extrem gefährlichen Ruhestand“ erreichten sie bei 1:18:28 den 5. Platz bei den Männern.

Apropos gefährlich: Sozusagen außerhalb der Wertung passierte beim Wechsel vom Rad auf die hitzebedingt Reserven fordernde finale Laufstrecke ein „Abstieg“ vom Rad, der auch die personell bestens aufgestellten DRK-Leute der Wasserwacht jenseits des nassen Elements auf den Plan riefen. Ein breitensportlich per einfachem Mountainbike (statt der üblichen Hightech-Rennräder) angetretener Starter überschlägt sich und stürzt durch einer blockierenden Vorderradbremse kopfüber mit dem Rücken auf den Beton des westlichen Staudamm-Widerlagers. Ausgang glimpflich, aber schmerzhaft. Maria Illing bewies am Moderatoren-Mikro über Stunden hinweg, bis hin zur Siegerehrung und dem finalen Pizza-Essen, echte Entertainer-Qualitäten. Vorlagen lieferten u. a. die lustig-fantasiereichen Teamnamen. Von den „Sächsi Fröschen“ über „Das Krokodil und seine Nilpferde“ bis zu „Schrill & Schriller“ oder auch „Brauhaus Weimar“.

Weniger Gropius‘ Weimarer Bauhaus-Weltkulturerbe als vielmehr „Duuurst!“ assoziierte letzterer Name. Hinter dem steckten Yvonne Gastmann und Sebastian Schmidt (Mixed), die bei letztlich 2:10:30 die zweitlängste Zeit über alle drei Disziplinen benötigten. Doch wie betonten es Eva Krüger und Saskia Lingel, Zweitplatzierte der Damen-Staffel, mit ihrem Team-Namen? „Der Weg ist das Ziel!“ Dies war denn auch das Ziel von Sandra Voigtmann und Mixed-Partner Knuth Zentgraf mit ihrer Endzeit, für die beim Team-Triathlon stets - Teamgeist fördernd - die schlechteren Zeiten zur Bewertung herangezogen werden.

Die sportlich ambitionierte junge Frau und MDR-Reporterin sowie Wetter(-bericht)-Fee gehört seit jeher zu den begeisterten Teilnehmerinnen. Bei ihren Thüringen-Wettervorhersagen, die sie gern auch mal an die „Küste bei Heyda“ führen, könnte sie ja vielleicht auch mal das Warum und Wie ihrer Mixed-Starter-Namens-Idee verraten: „Team, dessen Namen ich nicht weiß“.

Eines wissen die rührigen Organisatoren des SV der Technischen Universität Ilmenau indes schon jetzt: „So schnell gibt man weder im Wettkampf noch bei den Machern unserer Veranstaltungsreihe selbst nach Corona auf, um endlich auch unser 30. Team-Triathlon am Heyda-See zelebrieren zu können.“

Klaus-Ulrich Hubert

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