Täter auf der Flucht Automatensprenger zweite Nacht in Folge am Werk

, aktualisiert am 18.01.2023 - 11:00 Uhr

Nach der Sprengung eines Geldautomaten in Schweina (Wartburgkreis) haben Täter in der darauffolgenden Nacht in Worbis (Eichsfeld) zugeschlagen. In beiden Fällen fehlt von den Tätern bislang jede Spur.

Worbis/Schweina - Wie die Polizei mitteilte, wird gemeinsam mit Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nach den Unbekannten gefahndet. Sie sollen nach der Tat in der Nacht zu Mittwoch vom Tatort in Worbis mit einem Auto mit gestohlenen Kennzeichen geflüchtet sein. Derzeit werden vor Ort Spuren gesichert und Videos ausgewertet. Außerdem wird die Statik des Hauses überprüft.

Am Tatort konnte ein dunkles hochmotorisiertes Fahrzeug durch Zeugen den Tätern zugeordnet werden. Dieses flüchtete in Richtung der Bundesautobahn 38. Daher sind laut Polizei auch die angrenzenden Bundesländer in die Fahndung einbezogen.

Zur Sachschadenshöhe an dem Gebäude, in dem sich die Bankfiliale befindet, kann ersten Einschätzungen nach noch kein Wert angegeben werden. Laut Polizei wurde glücklicherweise niemand durch die Explosion verletzt.

Sprengung in Schweina

Bereits in der Nacht zuvor war im Bad Liebensteiner Ortsteil Schweina einen Geldautomaten gesprengt worden. Die Täter sind mit einem schwarzen Auto auf der Flucht. Gegen 3.40 Uhr wurden die Bewohner im Zentrum von Schweina durch ein lautes Explosionsgeräusch aus dem Schlaf gerissen. Am Gebäude der VR-Bank Bad Salzungen-Schmalkalden bietet sich ein Bild der Zerstörung. Unbekannte hatten den Geldautomaten im Innenraum in die Luft gesprengt. Durch die Wucht der Explosion zerbarsten die Scheiben und die Schiebetür wurde aus ihrer Halterung gerissen.

„Wir haben gegen 3.45 Uhr die Information bekommen“, berichtete Vivien Glagau, Sprecherin der Landespolizeiinspektion in Suhl, am Dienstag auf Nachfrage der Redaktion. Zeugen hätten gesehen, dass der oder die Täter in einem schwarzen Auto geflüchtet seien. „Wie viele es waren, wissen wir aktuell nicht.“ Sofort sei eine Großfahndung eingeleitet worden, an der sich auch Polizisten aus Hessen und Bayern beteiligen. „Ein Hubschrauber war ebenfalls im Einsatz“, sagte die Sprecherin. Bislang jedoch ohne Erfolg. Wie viel Geld die Täter erbeutet haben, ist aktuell unklar. Auch die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt. Laut Mike Helios, Sprecher der VR-Bank, sei das Gebäude sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Derzeit läuft in Schweina noch die Spurensicherung, weswegen die Altensteiner Straße gesperrt ist. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 03695 551-0 zu melden.

Laut Mike Helios, Sprecher der VR-Bank, sei das Gebäude sehr in Mitleidenschaft gezogen worden.  „Das sieht wirklich schlimm aus und   wir können noch nichts genaueres sagen“, berichtete er auf Nachfrage. Vor drei Monaten sei im Gebiet der VR-Bank Bad Salzungen-Schmalkalden schon einmal ein Geldautomat gesprengt worden – im hessischen Bischhausen, sagte Helios. Auch damals konnten die Täter flüchten. Zur Höhe der Beute gibt es keine Angaben.

Auch in Thüringen häuft sich die Zahl solcher Vorfalle. So zählte das Landeskriminalamt mit Stand vergangenes Jahr allein 43 Sprengungen seit 2016. Selbst ohne Beute ist der angerichtete Schaden bei solchen Sprengungen gewaltig und geht in die Millionen.

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