Suhl - Wie heißt es so schön - "Jung gefreit, hat nie gereut"? Schon mit 19 heiratete Ramona W. (Name geändert). Nicht wegen einer Wohnung, wie es damals viele Paare taten. Denn die Schwiegereltern hatten ein eigenes Haus, in dem auch sie und ihr Mann einziehen konnten. "Wir dachten, es ist die große Liebe. Doch mit 27 war ich schon geschieden. Es passte einfach nicht mehr. Man kann nicht nur wegen der Kinder zusammen bleiben", sagt sie.

Die Tochter war damals gerade sechs Jahre alt und kam in die Schule. Der Sohn war eineinhalb Jahre jünger. Die Kinder blieben bei ihr. Sie musste sich eine neue Wohnung suchen. "Die Schwiegereltern haben natürlich zu ihrem Sohn gehalten. Die Enkel hatten kaum Kontakt zu den Großeltern. Ich hatte zum Glück meine Mutter, die mir viel Unterstützung gab", blickt die Zella-Mehliserin zurück. Die Kinder wollte sie nicht mit ihren Sorgen belasten und auch nicht die Mutter. Die war selbst geschieden. Ramona W. sah das nicht als böses Omen für ihre Ehe. Scheidungskinder können durchaus ein Eheleben meistern, hat sie im Bekannten- und Verwandtenkreis erlebt. Nach der Scheidung verbrachte sie viel Zeit mit den Kindern.