Der ungelöste Fall hat die Öffentlichkeit sehr bewegt, vor allem die große deutsche Gemeinde in Kapstadt. Auf einer von Frischkes Mutter geleiteten Facebook-Gruppe „Missing – Nick Frischke“ gibt es immer wieder Aufrufe, weiter nach dem 23-Jährigen Ausschau zu halten und jegliche Hinweise weiterzuleiten. Die Familie veröffentlicht hier Fotos von Nick. Leser aus Kapstadt werden gebeten, sich sein Gesicht einzuprägen und die Augen offenzuhalten. Die Mutter zählt immer wieder die Monate, die Wochen, die Tage. Die Ungewissheit über das Schicksal ihres Sohns beschreibt sie als „unerträglich“.
Im Oktober hatte es kurz einen Lichtblick gegeben: Eine Deutsche hatte in einem Café in dem Küstenort Plettenberg Bay an der Garden Route, etwa sechs Autostunden von Kapstadt, einen verwirrten Mann an sich vorbei stolpern sehen, der auf Nick Frischkes Beschreibung passte. Die angebliche Sichtung machte Hoffnung, doch ein weiteres Lebenszeichen blieb aus.
An Weihnachten und zu seinem Geburtstag schreibt die Mutter persönliche Botschaften an Nick in die Facebook-Gruppe. Kürzlich gab sie ihrem Leid mit dem Text von Udo Lindenbergs Lied „Durch die schweren Zeiten“ Ausdruck. „Ich werd’ dich begleiten, Denn es ist nie zu spät, Um nochmal durchzustarten, Wo hinter all den schwarzen Wolken, Wieder gute Zeiten warten“, steht da. Man könne nicht ausschließen, dass sich alles noch zum Guten wende, will sie damit wohl sagen. Und auch: „Trotz allem hoffen und beten wir weiter für ein Wunder für meinen Nick“.