Steinbach-Hallenberg Alte Feldschmiede neu im Museum

Annett Recknagel

Traditionell wurde am Kirmessonntag im Steinbach-Hallenberger Heimathof das Schmiedefest gefeiert. Gleich vier Schmiedefeuer loderten im Museumsgarten.

Thomas Morgenweck musste aus der Reihe tanzen. Was nämlich macht man zum Schmiedefest in Steinbach-Hallenberg? „Nägel und Korkenzieher natürlich, wenn man schon mal vor einer Korkenzieherwerkstatt steht“, meinte Hobbyschmied Falk Nothnagel, grinste und zeigte seine künstlerischen Produkte wie Schlange und Eule – echte Hingucker und wahre Kunstwerke. Und Thomas Morgenweck fertigte in der Korkenzieherwerkstatt prompt ein Herz.

Glenn Häfner versuchte sich an einem Kettenglied und ein paar Meter weiter haute Jonas André in der Feilenhauerei mit dem Hammer auf einen Metallstab ein. „Wie wurde das glühende Metall damals so schnell abgekühlt?“, wollten die Besucher wissen. „In Salzlauge“, erklärte André und war sofort bei seinem Lieblingsthema. Die jungen Schmiede – Martin Anschütz war in der Nagelschmiede der vierte im Bunde – beherrschen ihr Handwerk. Davon konnten sich die Gäste des jüngsten Schmiedefestes überzeugen. Natürlich stellten sie Nägel her – das musste sein. Schließlich hat das im Haselgrund Tradition. Und natürlich macht es auch Spaß, wenn einem dabei viele Leute zuschauen. Zum Schmiedefest loderten gleich vier Schmiedefeuer.

Es gab Führungen durch die Feilenhauerei und durch die Korkenzieherwerkstatt, sowie Kaffee, Kuchen und Live-Musik im Garten. Zudem konnte die historische Littmann-Feldschmiede bestaunt werden. Sie ist jetzt Eigentum des Metallhandwerksmuseums im Heimathof und wurde kürzlich übergeben. Den Besuchern der internationalen Schmiedetreffen, die an Pfingsten regelmäßig im Heimathof stattfanden, wird Erwin Littmann aus Wiederau bei Leipzig noch in guter Erinnerung sein.

Mit seiner historischen Schmiede kam er immer gerne nach Steinbach-Hallenberg, um vor Ort sein Können zu demonstrieren. „Er trug ein weißes Hemd, Lederschürze und Schirmmütze“, weiß Andrea König noch genau. 2019 verstarb Littmann im Alter von 82 Jahren. Schon Jahre vorher hatte er mit der leider im vorigen Jahr verstorbenen langjährigen Museumsleiterin Veronika Jung die Übernahme der historischen Schmiede durch das Metallhandwerksmuseum vereinbart. Anja Renner-Weisheit als Mitarbeiterin des Museums hielt den Kontakt zur Familie Littmann und organisierte einen Übergabetermin. Und so fanden sich, am 3. September, Littmanns Tochter, Heike Müller, ihre beiden Söhne, die Schwiegertochter und die drei Enkel im Heimathof ein, um die historische Schmiede zu übergeben. Anschließend entdeckte die Familie das Museum und schaute sich in den Werkstätten um. Die historische Schmiede sei in Steinbach-Hallenberg genau richtig, erklärte Heike Müller. Ihr Vater sei damit nur zu besonderen Orten gefahren und Steinbach-Hallenberg sei für ihn solch ein besonderer Ort gewesen.

Zur Übergabe anwesend war am 3. September auch die neue Museumsleiterin Tanja König, die am 1. Oktober ihren Dienst antreten wird. Das Schmiedefest war sehr gut besucht. Nach dem Handwerksmarkt im Mai war es die zweite große Veranstaltung. Im Herbst wird es wieder ein buntes Ferienprogramm geben und im November ist ein Vorlesetag geplant. Derzeit richten die Mitarbeiter eine Gedenkecke für Veronika Jung ein. Auch sie konnte zum Schmiedefest schon begutachtet werden.

 

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