Stau in Meiningen Reparatur an der wichtigsten Nebenstraße

Erik Hande
Mitarbeiter der Firma Möller-Bau bringen am Dienstagmorgen in der Herrenbergstraße ein Fugenband in die Fahrbahn ein. Foto: /Erik Hande

Noch bis einschließlich Freitag müssen sich Autofahrer in Meiningen auf Staus einstellen. Die Herrenbergstraße wird repariert und ist daher gesperrt. Am Samstag wird bis zum Mittag der Tunnel in der Marienstraße gereinigt.

Bis hinter den Abzweig nach Dreißigacker zog sich der Fahrzeugstau in der Henneberger Straße am Montagnachmittag im Berufsverkehr. Auch in allen anderen Richtungen rings um den Herrenberg waren die Straßen in Meiningen dicht. Grund für den Verkehrsstau sind Reparaturarbeiten in der Herrenbergstraße. Die Wichtigkeit der einzigen Ausweichroute zur Hauptverkehrsachse in der Neu-Ulmer Straße bis zur Leipziger Straße wird derzeit erneut deutlich. Doch die Sperrung ist unumgänglich, damit die Straße am Herrenberg auch künftig weiter zur Verfügung steht.

Die Firma Möller-Bau ist in dieser Woche damit beschäftigt, die Deckschicht der Fahrbahn zu reparieren. Risse im Asphalt, kleinere Löcher und andere mangelhafte Stellen werden großflächig ausgebessert. Dazu fräsen die Straßenbauer die oberste Schicht der Fahrbahn abschnittsweise ab und bringen neuen Asphalt auf. Damit das reparierte Stück sich ohne Lücke an die intakte Fahrbahn anschließt, wird dazwischen ein sogenanntes Fugenband verlegt, das den nahtlosen Anschluss garantiert. Abschließend verfestigt eine Straßenwalze den Fahrbahnbelag, der danach noch aushärten muss.

Die Reparatur erfolgt auf einer Länge von etwa 1300 Metern zwischen der Kreuzung Nachtigallenstraße/ Am mittleren Rasen und dem Abzweig zur Landsberger Straße. Bis einschließlich Freitag werden die Arbeiten andauern. „Je nachdem wie wir bei dem Wetter arbeiten können“, informiert Markus Möller, Juniorchef der Baufirma aus Breitungen, mit Blick auf angekündigte Regenschauer. Auftraggeber für die Ertüchtigung der Straße ist die Stadt Meiningen.

Die Kommune wird sich bei der Straßenunterhaltung künftig wohl auf weiter steigende Kosten einstellen müssen. Denn im Straßenbau explodiert derzeit der Preis für Bitumen. „Im vergangenen Jahr kostete uns eine Tonne für die Deckschicht etwa 50 Euro, derzeit liegen die Preise bei 90 Euro“, schilderte Markus Möller das Problem einer ganzen Branche. Noch kostspieliger dürfte es werden, wenn die Raffinerie in Schwedt (Brandenburg) wegen des Öl-Embargos der Europäischen Union gegen Russland nicht mehr beliefert werden kann. Bisher kommt das Erdöl ausschließlich von dort. Das Gemeinschaftsunternehmen der russischen Firma Rosneft (54 Prozent Firmenanteil) und der Shell AG (38 Prozent) sowie der Eni Deutschland (acht Prozent) beliefert den Osten Deutschlands mit Bitumen.

Bitumen immer teurer

Das Abfallprodukt aus der Herstellung von Benzin und Diesel könnte bei einem Embargo knapp und damit noch teuer werden, erläutert Markus Möller die Sorge vieler Straßenbaufirmen. Diese leiden ohnehin schon wie alle Unternehmen unter den enorm gestiegenen Kraftstoffpreisen. „Vor einem Jahr haben wir den Liter Diesel für 1,11 Euro eingekauft, jetzt haben wir 2,20 Euro bezahlt.“ Bisher habe die Stadt Meiningen die höheren Kosten mitgetragen. Deren Budget sei aber freilich auch begrenzt, wusste der Juniorchef. Als Folge der inflationären Preisentwicklung werden Land und Kommunen künftig eventuell Reparaturarbeiten an Straßen zurückstellen müssen, befürchtet Markus Möller. Auf die aktuelle Baustelle in der Herrenbergstraße hat diese Sorge im Moment aber keinen Einfluss. Die Fahrbahn wird wie vorgesehen instandgesetzt.

Eine weitere Baustelle gibt es ab dem heutigen Mittwoch in der Elisabeth-Schumacher-Straße. Diese wird im Bereich der Eisenbahnbrücke bis zum 22. Juli halbseitig für den Verkehr gesperrt. Grund dafür sind schon längere Zeit erforderliche Beton-Instandsetzungsarbeiten im Gehwegbereich. Auch Fußgänger müssen daher für diesen Zeitraum auf die jeweils andere Seite ausweichen. Diese Arbeiten sollten laut Stadt bereits am Montag beginnen, der Baustart verzögerte sich aber.

Im Tunnel Marienstraße finden an diesem Samstag, 21. Mai, von 9 bis 12 Uhr Reinigungsarbeiten statt. In der Zeit kann hier auch kein Verkehr rollen. Die erforderliche Umleitung ist ausgeschildert und führt über Berliner Straße, Elisabeth-Schumacher-Straße und Neu-Ulmer Straße.

 

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