Sportpolitik Ethik-Kommission berufen

Thomas Flehmer
LSB-Präsident Stefan Hügel. Foto: imago/Karina Hessland

Auf der Mitgliederversammlung des Landessportbundes Thüringen geht es um viele Herausforderungen für den organisierten Sport. Minister Holter sichert Unterstützung in der Energiekrise zu.

Der Landessportbund Thüringen hat auf seiner Mitgliederversammlung in Bad Blankenburg erstmals eine unabhängige Ethik-Kommission berufen. Vorsitzender des Gremiums ist Hubertus Gersdorf, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht sowie Medienrecht an der Universität Leipzig. Mit der ehemaligen Weltklasse-Hochspringerin Ariane Friedrich-Lange ist auch eine bekannte Persönlichkeit des Sports in der Kommission vertreten. Weitere Mitglieder sind Kathrin Nordhaus (Interventionsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt Gera) sowie Sigurd Hanke (Chefarzt/ehemaliger Schwimmer). Die neue Kommission wird in den nächsten Wochen ihre Arbeit aufnehmen, das LSB-Präsidium und den Vorstand beraten sowie das Einhalten von Regeln und transparentem Wettbewerb überprüfen und beurteilen.

Der LSB musste am Samstag ein leichtes Minus bei den Mitgliederzahlen bilanzieren. Die Dachorganisation des organisierten Thüringer Sports vereinte zum Jahresanfang 2022 exakt 347 913 Mitglieder in 3286 Vereinen. „Die Mitgliederzahlen haben sich zumindest stabilisiert. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel mit Blick auf die Corona-Pandemie.  Ein Jahr zuvor waren es noch 350 130 Mitglieder.

„Leuchtturm in Sportdeutschland“

Thüringens Sportminister Helmut Holter verkündet zudem einen Energie-Unterstützungsfonds in Höhe von sechs Millionen Euro. Die Energiekrise und ihre Folgen treffen alle Bereiche der Gesellschaft, hieß es. Insbesondere nach den herausfordernden Pandemie-Jahren mit teilweise erheblichen Mitglieder- und damit auch Einnahmeverlusten können diese Preissteigerungen existenzbedrohend sein. „Sport darf kein Luxus sein. Mitgliedsbeiträge müssen so gestaltet werden, dass alle Menschen Zugang haben. Unsere Gesellschaft braucht den organisierten Sport dringender denn je, um zu überleben. Er ist ein verbindendes Element in der Krise“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes, Torsten Burmester, und dankte dem Thüringer Sport „als Leuchtturm in Sportdeutschland“. 

LSB-Präsident Stefan Hügel bedankte sich bei den Landtagsabgeordneten, die nach einigen Debatten bei der Haushaltsabstimmung den Neustartbonus und damit eine finanzielle Unterstützung der Thüringer Sportvereine auf den Weg gebracht hatten, für die Vielzahl von Unterstützungsleistungen für die Thüringer Sportvereine nach der Pandemie. Den Neustartbonus konnten im Jahr 2022 alle förderfähigen Sportvereine etwa für die Beschaffung von Sportmaterialien oder Honorare für Übungsleiter beantragen.

Von den insgesamt zur Verfügung stehenden zwei Millionen Euro sind bisher 1,725 Millionen Euro abgerufen worden. Thüringer Sportvereine, die aufgrund eines noch fehlenden aktuellen Freistellungsbescheides noch keinen Antrag stellen konnten, können den Neustartbonus noch bis Ende des Jahres beantragen.

Weiterhin stellte das Sportministerium für die gezielte Förderung des Kinder- und Jugendsports 500 000 Euro für 1000 Maßnahmen im Sommer für Vereine zur Verfügung. Die Antragslage war sogar etwas höher. Aufgrund der hohen Resonanz verkündete LSB-Hauptgeschäftsführer Zirkel die Fortsetzung des Programms „Kinder in die Sportvereine – 500 Euro für 1000 Maßnahmen“ im Jahr 2023. Erstmals konnten zudem Thüringer Sportvereine sowie Sportfachverbände sogenannte „Bewegungscoachs für Thüringen“ anstellen.

 

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