Sonneberg E-Roller-Batterie setzt Wohnung in Brand

Rund 40 Feuerwehrleute aus Sonneberg-Mitte, Oberlind und Steinach nehmen Aufstellung in der Karlstraße. Foto: Ittig

Kurz nach Mitternacht wurden die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Sonneberger Karlstraße von einem Knall aus dem Schlaf gerissen. Der Akku eine E-Rollers war explodiert. Alle Betroffenen mussten ihre Wohnungen verlassen, ein Mann kam ins Krankenhaus.

In Sonneberg hat es in der Nacht zu Mittwoch in einem Wohnhaus gebrannt. Kurz nach 1 Uhr war die Rettungsleitstelle informiert worden über eine Explosion in einem Mehrfamiliengebäude in der Karlstraße. Die Vermutung lautete zunächst auf ein mittelgroßes Brandgeschehen mit womöglich mehreren Verletzten, weshalb außer den Feuerwehren Sonneberg-Mitte und Oberlind auch gleich Notarzt und Sanitäter ausrückten. Rund 40 Feuerwehrler, darunter die Besatzung des Kommandowagens aus Steinach, plus zehn Retter nahmen Aufstellung. Glücklicherweise erwies sich die Lage vor Ort als beherrschbar.

Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge war der Akku eines E-Rollers Auslöser. Diesen, so schildert Kreisbrandinspektor Mathias Nüchterlein, hatte sein Besitzer im Bad seiner Einraumwohnung zum Aufladen angeschlossen, wo dann die Batterie explodierte. Der Betroffene flüchtete aus seiner Wohnung, kam aber später zur Versorgung seiner leichten Verletzungen ins Krankenhaus, so Nüchterlein. Insgesamt elf Menschen waren zwischenzeitlich von den Rettungskräften zu betreuen. Umfängliche Löscharbeiten erübrigten sich immerhin. Atemschutzgeräteträger öffneten die von der Explosion betroffene Wohnung im Obergeschoss. Diese war stark verraucht und verrußt und ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Letzte glimmende Nester wurden abgelöscht. Für die Feuerwehr war der Einsatz zu nachtschlafener Zeit nach rund anderthalb Stunden beendet. Zur mutmaßlichen Höhe des Sachschadens machte die Polizei bis Mittwochvormittag noch keine Angaben.

Batterien als mutmaßliche Auslöser von Bränden haben die Sonneberger Feuerwehr heuer schon einmal beschäftigt, so Anfang April auf einem Recyclinghof in Sonneberg. Ebenfalls Anfang April war die Feuerwehr in Neustadt bei Coburg gefordert. Dort war polizeilichen Erkenntnissen zufolge der Akku eines Hoverboard beim Laden explodiert und hatte in der Folge ein Wohnhaus – Sachschaden: 300 000 Euro – in Flammen aufgehen lassen.

Autor

 

Bilder