Sonneberg - Egal, ob es nun die gemütliche Männerrunde beim Zechen in einem Alt-Sumbarcher-Bierkeller ist, der idyllische Blick auf den Schlossberg, ein die Steinersgasse beschirmender St. Florian, die aus Tolkiens "Herr der Ringe"-Trilogie bekannte Kreatur Gollum oder die vieltausendjährige Geschichte der Menschheit, komprimiert in einem einzigen Bild - Karl-Heinz Müller hat dies alles schon gebannt. Und zwar mit dem Pinsel auf Leinen oder aber auf eine Stuben- oder Hauswand in der Sonneberger Altstadt - dort, wo der gebürtige Föritzer mittlerweile seit Jahrzehnten zu Hause ist. Mancher nennt ihn schon den "Lüftelmaler der Altstadt". Und tatsächlich erinnern die großflächigen und farbig-satten Wandbilder Müllers an diese, ursprünglich in Oberbayern und Tirol heimische, Kunstform der Fassadenmalerei. Erstreckt sich deren thematische Spannbreite vom Hauspatron oder Hauszeichen über biblische Darstellungen bis hin zu klassischen Motiven der Bauernmalerei und der Jagd, hat Müller die seiner Bilder noch erweitert - um Themen aus der Historie, Mythologie und dem Fantasy-Genre. Die Geschichte der Menschheit hat ihn von Kindheit an gefesselt. "Meine ersten Bilder waren von Abenteuern aus der Antike und dem Mittelalter inspiriert, von Römern und Rittern", so Müller. Begonnen hat er mit Bleistift- und Kohle-Zeichnungen, wechselte aber recht rasch zur Ölmalerei. Von der Aquarellmalerei hält er hingegen nicht viel: "Aquarelle sind mir zu verwaschen und farblich zu blass."