Sonneberg - "Sonneberg bleibt Kreisstadt", "Gebietsreform - Stoppt den Wahnsinn", "Keine Reform um der Reform willen" oder "Wir sind nicht das Opferlamm einer zu teuren Landesregierung!" - Solches und ähnliches prangte auf den zahlreichen Plakaten und Transparenten, welche die vom städtischen Ordnungsamt und Polizei auf etwa 3000 Personen geschätzten Demonstranten für den Erhalt der Kreisstadt mitführten. Und obwohl ihnen auf dem Bahnhofsplatz vorm Rathaus ein genau so kalter Wind entgegenblies wie derzeit in Sachen Gebietsreform aus Erfurt, zeigte sich doch die Mehrheit als ungebrochene Streiter fürs Demo-Thema. "Der Unsinn soll nun Gesetz werden; wir sollten es nicht beim Kopfschütteln belassen", forderte einleitend Bürgermeister Heiko Voigt. Er freute sich, dass alle Stadtratsfraktionen in der Forderung nach dem Kreisstadt-Erhalt "an einem Strang" ziehen. Nun komme es darauf an, Erfurt ein "starkes Signal von der Basis entgegen zu setzen". Ein solches gab es sofort - in Form lauter Beifallsrufe und des Hupkonzerts aus dem ganzen Landkreis gekommener Feuerwehr-Fahrzeuge. Voigt warf den Machern der Planungen "viele handwerkliche Fehler, falsche Versprechungen" und vor allem "eine komplett falsche Herangehensweise" vor. Er befürchtet beim Kreisstadtverlust verheerende Domino-Effekte und prophezeite einen desaströsen "Bruch in unserer erfolgreichen Entwicklung" - "einen Frontalangriff auf die wirtschaftlichen Grundlagen der Region". Man dürfe nicht "die bestrafen, die sich gut entwickelt haben". Dieser Fehler würde, so Voigt, insbesondere mit Blick auf die Situation der Stadt in der Sperrzonen-Zeit 1961 bis 1972, "Geschichte auf unsägliche Weise wiederholen". Voigt forderte die Wertschätzung des Landes ein und beschwor den Geist des erfolgreichen Kreis-Erhalt-Kampfes von 1993/94. "Wir zeigen es denen in Erfurt - Wir kämpfen für unser Sumbarch", erklärte er schließend.