So geht es nicht Bürger-Protest wegen Hauptverteiler

So soll es nicht bleiben, versicherte Sarah Boost auf Anfrage. Foto: /Michael Bauroth

Der Anfang April in Zella-Mehlis aufgestellte Glasfaserhauptverteiler an der Kirche St. Blasius sorgte für Unverständnis und für Protest. Mit Erfolg.

 
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„Mir ist vollkommen unverständlich, wie so etwas geschehen kann“, meldete sich Klaus Helfricht während der Bürgerfragestunde in der Stadtratssitzung am vergangenen Dienstagabend in Zella-Mehlis zu Wort. Nachdem er sich auch im Namen der Kirchgemeinde und des Gemeindekirchenrates Zella-Mehlis bereits an die Öffentlichkeit gewandt hatte („Freies Wort“ berichtete), nutzte er nun diese Möglichkeit, seinen Unmut zu äußern.

Und der gilt dem Glasfaserhauptverteiler, der Anfang April direkt gegenüber der Kirche St. Blasius aufgestellt worden ist und damit nicht nur die Blickachse auf den wertvollsten Barockbau der Stadt verunstaltet, sondern zugleich auch das ganze Ensemble entwertet. Vor Jahren erst ist es liebevoll gestaltet worden und zählt seither zu den prägenden Orten der Stadt, findet nicht nur er. Doch genau dieses Bemühen darum, die entstandene Qualität, wurden mit dem Verteiler wieder zunichte gemacht. „Um es zu betonen, ich begrüße den Glasfaser-Ausbau durchaus, auf keinen Fall aber den gewählten Standort für den Verteilerbau. Hat hier die ganze Prozedur der Genehmigungsverfahren nicht funktioniert?“, fragte er. Ebenso, ob eine Möglichkeit bestünde, das fehlplatzierte Objekt noch einmal auf die Tagesordnung zu nehmen.

Erste Beigeordnete Sarah Boost entgegnete darauf, dass auch sie „gelinde gesagt überrascht war. Daraus wurde ein größeres Projekt, als ursprünglich vorgesehen“, sagte sie. Zudem würde es sich nicht um die endgültige Variante handeln. „Denn niemand hat Interesse daran, dass wir für den infrastrukturellen Fortschritt ein städtebauliches Ensemble zerstören.“ Ja, antwortete sie auf Klaus Helfrichts Frage, ob Hoffnung auf eine andere Lösung bestehe.

Er hatte sich zuvor auch für eine Petition eingesetzt, die jeder online oder auf in vielen Zella-Mehliser Geschäften ausgelegten Listen unterschreiben konnte. Zuvor arbeitete der Architekt verschiedene Vorschläge aus, mit welchen möglichen Maßnahmen der Schaden durch den gesetzten Hauptverteiler minimiert oder behoben werden könnte, um „das wunderschöne Erscheinungsbild unserer Zellaer Kirche wieder herzustellen.“

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