Schmalkalden Netzwerke und Projekte auf der Agenda

Annett Recknagel
Dekan Ralf Gebauer ist sehr froh, Anja Wittek für die neue Stele als Koordinatorin für Ehrenamtliche im Kirchenkreis Schmalkalden begrüßen zu dürfen Foto: Annett Recknagel

Anja Wittek begleitet ab sofort die Arbeit von Ehrenamtlichen im Kirchenkreis Schmalkalden. Derzeit sucht sie das Gespräch mit den Pfarrerinnen und Pfarrern, um sich ein Bild zu machen und die aktuelle Situation vor Ort kennenzulernen.

„Sie sprüht“, sagt Dekan Ralf Gebauer und wenn man sich nur fünf Minuten mit Anja Wittek unterhalten hat, dann weiß man genau, was er damit meint. Die 57-Jährige ist seit dem 1. Januar im Kirchenkreis Schmalkalden für die Koordinierung und Betreuung Ehrenamtlicher verantwortlich. Eine ganz neue Stelle, die durch die Landeskirche von Kurhessen-Waldecke ermöglicht wurde.

„Sie stellte für jeden Kirchenkreis einen entsprechenden Betrag bereit“, berichtete Dekan Gebauer. Auch die Landessynode habe sich für „Standards für ehrenamtliche Tätige“ ausgesprochen. Schließlich könne diese Arbeit nicht hoch genug anerkannt und wertgeschätzt werden. Die Stelle war ausgeschrieben. Der Kirchenkreis entschied sich für Anja Wittek aus Friedelshausen. „Ich bin total froh. Jemanden Besseren hätten wir nicht finden können“, sagt er. Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf den Elan, den Anja Wittek mitbringt. Weitaus wichtiger sind die Erfahrungen, die sie in früheren Tätigkeiten sammeln durfte.

Seit neun Jahren hat sie ihre Heimat nach Thüringen verlegt. Schon vorher arbeitete sie in Gelsenkirchen und Minden-Lübbecke (Nordrhein-Westfalen) bei Diakonie und Caritas. Im hiesigen Landkreis war die ausgebildete Sozialarbeiterin in Meiningen in der allgemeinen Sozialberatung tätig. Für die Region Südthüringen hat sie auch schon als Ehrenamtsverantwortliche gearbeitet und kann deshalb auf viele Erfahrungen zurück greifen.

Dass das auf sie zukommende Arbeitsfeld groß ist, weiß sie. Immerhin gibt es im hiesigen Kirchenkreis 830 ehrenamtlich tätige Damen und Herren. Dazu gehören unter anderem Mitglieder von Kirchenvorständen, Kirchenchören und Instrumentalgruppen, Predigthelfer, Lektoren, Kindergottesdienstmitarbeitende, Hospizhelfer, Leiter von Gemeindekreisen, unentgeltlich in der Jugend-, Frauen-, Männer- und Altenarbeit sowie im Besuchsdienst und in Pflegediensten tätige Personen.

Derzeit stellt sich Anja Wittek in den Pfarrämtern vor und sucht das Gespräch mit den zuständigen Theologen. Alle haben sie von ihr Post bekommen. Mit einigen hat sie sich schon unterhalten. Nackte Zahlen auf dem Papier nutzen Anja Wittek nicht viel. Sie will die dahinter stehenden Menschen kennenlernen.

Bis zum Monatsende soll ihre Vorstellungsrunde abgeschlossen sein. Dann will sie die Ehrenamtler selbst kennenlernen. Zum Studientag für den Weltgebetstag im März konnte sie vor wenigen Tagen in Asbach einige sehr aktive Damen schon vor Ort erleben. Demnächst will sie bei Proben des Dekanats-Chores dabei sein. Auch den Bläsern des Posaunenchores will sie ihre Aufwartung machen. Und natürlich interessieren sie auch die ehrenamtlichen Kirchenvorstände. „Es ist sehr spannend für mich, so viele unterschiedliche interessante Menschen zu treffen“, sagt sie. Möglicherweise entdeckt sie die ein oder andere Nische, die ausbaubar wäre. „Zunächst aber schaue ich mich um und versuche, ein Gefühl für die Arbeit der Ehrenamtlichen zu bekommen“, meint sie. Wo sie behilflich sein kann, werde sie es auf jeden Fall tun.

Und natürlich möchte sie sich auch in laufende und bevorstehende Projekte einbringen. „Je nach Bedarf“, sagt sie. Zudem könnte sie sich vorstellen, neue Netzwerke aufzubauen und bestehende natürlich zu nutzen. Hauptanliegen von Anja Wittek ist es, den Zusammenhalt in den Gemeinden zu stärken und Ideen zu sammeln. Weiter will sie den Ehrenamtlichen bei der Organisation von Ausflügen zur Seite stehen. „Wir brauchen das Ehrenamt. Ohne sie geht so gut wie nichts. Es ist sehr wichtig, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, Achtung entgegen zu bringen“, sagt sie.

Zur Frühjahrstagung der Kreissynode wird sich Anja Wittek den Teilnehmern vorstellen. Ohnehin beschäftigen sich die Synodalen am 25. Februar mit der Thematik „Ehrenamt“. Und mit der in Schmalkalden im Mai geplanten Ehrenamtsbörse, deren Hauptorganisator die Lebenshilfe ist, steht ein erster größerer Höhepunkt für sie bevor. Insgesamt freut sich Anja Wittek auf ihre neue Tätigkeit.

Ihr Büro hat sie im Weidebrunner Tor 7. Über ein Diensthandy ist sie gut erreichbar. Die Stelle insgesamt umfasst 19,5 Wochenstunden.

 

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