Schmalkalden-Meiningen Inzidenz über 300: Landkreis öffnet Schulen für Klassen 1 bis 6

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Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen plant, ab kommendem Montag die Schulen für die Klassen 1 bis 6 zu öffnen. In festen Gruppen soll dann der Präsenzunterricht beginnen. Kitas bleiben geschlossen.

Meiningen/Erfurt - Trotz einer Inzidenzzahl von mehr als 300  sollen die Schulen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen ab Montag wieder geöffnet werden.  Das teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. „Wir haben uns in den Schulen zu dieser vorsichtigen Öffnung entschieden, weil wir im Anschluss zwei Wochen Ferien haben und somit eine automatische Kontaktminimierung erfolgt“, teilte Landrätin Peggy Greiser am Donnerstag mit. Die Entscheidung betreffe nur die Klassenstufen 1 bis 6. Die Kitas zu öffnen sei  angesichts des Infektionsgeschehens aber zu riskant.

Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit dem  Schulamt, den Schulleitungen und Bürgermeistern sowie dem Gesundheitsamt  erfolgt. Mit einem  Schnelltest-Konzept  solle  die Sicherheit für Schüler, Lehrer und Erzieher bestmöglich gewährleistet werden.  „Viele Kinder sind nun seit drei Monaten Zuhause, was mit dem Grundrecht auf Bildung nicht vereinbar ist“, sagte Greiser. Nach aktuellen Prognosen würde  in absehbarer Zeit eine Inzidenz von unter 150 nicht erreicht, sagte Greiser. Auch die Dauerbelastung von berufstätigen Eltern müsse irgendwann ein Ende haben.

Der Wartburgkreis zieht hingegen die Notbremse: Angesichts rasant steigender Corona-Infektionen  schießen Schulen und Kindergärten im  gesamten Landkreis und in Eisenach  ab  kommendem Montag. Flächendeckend sind von den Corona-Infektionen über 30 Schulen und Kindergärten betroffen. „Aus Erhebungen wird deutlich, dass im gesamten Freistaat ebenso wie im Wartburgkreis insbesondere die Infektionszahlen von Kindern nach oben schnellen“, teilte  das Landratsamt am Montag mit. Der Inzidenz-Wert im Wartburgkreis lag am Donnerstag  knapp über der Marke von 300.

Derweil  ringt die Thüringer rot-rot-grüne Landesregierung um eine Strategie, wie künftig an Schulen getestet werden soll. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) warnte davor, noch länger mit Bestellungen von Corona-Tests zu warten. „Wenn wir die Tests an Schulen und Kindergärten haben wollen, dann muss das Land sie jetzt beschaffen. Dazu brauchen wir das Geld und die zentrale Logistik“, sagte Holter.

Hintergrund ist, dass ein Vertrag über die Abrechnung von Corona-Tests mit der Kassenärztlichen Vereinigung bald ausläuft und auch das eingeplante Geld dafür bald ausgeschöpft sein dürfte. „Wer jetzt noch zögert, riskiert, dass wir nach Ostern ohne Tests dastehen“, machte Holter klar.

Der Thüringer Lehrerverband (tlv) pochte auf die Einführung einer Testpflicht nach den Osterferien. „Wir erwarten, dass ab dem ersten Schultag nach den Osterferien eine allgemeine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte schulische Personal gilt“, sagte tlv-Chef Rolf Busch.

Gegen eine Testpflicht für Schüler gibt es aber auch rechtliche Bedenken. In Sachsen, wo es diese Pflicht bereits gibt, gingen mehrere Eltern juristisch mit Eilanträgen dagegen vor. 

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