Es ist dieses Gesicht. Das Gesicht des Mädchens Michaela, das leben will und lieben. Offen und also verletzlich, bereit für ein großes Staunen über die Welt und den nicht minder großen Schmerz an ihr. So viel Hoffnung. So viel Liebe. So viel Schmerz. Das Mädchen, dem die Mutter die Dämonen austreiben will. Sandra Hüller, die diesem deutschen Mädchen ein eindrückliches „Requiem“ las, wurde dafür 2006 bei der Berlinale, dem dritten der großen Filmfestivals, als beste Darstellerin geehrt. Der Autor dieser Zeilen vermutete damals: „Dieser Film wird einmal der Film sein, von dem es heißt, er habe eine Schauspielerkarriere begründet. Denn schwer vorstellbar, dass die in Thüringen geborene Sandra Hüller, neben ihrer Arbeit am Theater, etwas anderes sein könnte als eine Protagonistin des deutschen Kinos, sofern dieses sich auch künftig eines außergewöhnlichen Gesichtes würdig erweisen sollte.“ Aber er hat sich geirrt, Sandra Hüller wurde eine Protagonistin des internationalen Kinos.