Regelschule Gräfenthal Radonwerte „besorgniserregend“

Schulen wurden auf ihre Radonkonzentration hin überprüft. Foto: dpa/Uli Deck

Das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt ergreift Sofortmaßnahmen, nachdem Radon-Messungen an Schulen erhöhte Werte erbracht hatten.

In den drei Radon-Vorsorgegebieten des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt– der Stadt Gräfenthal, der Gemeinde Katzhütte sowie der Stadt Schwarzatal – wurden über zwölf Monate die Radonwerte in den Schulen des Landkreises gemessen. Die Messungen fanden zwischen Juni 2021 und Juni 2022 statt. Die Auswertung der Messdaten hat in der Grundschule und der Regelschule Gräfenthal, sowie in der Regelschule Oberweißbach eine Überschreitung des gesetzlichen Referenzwertes ergeben. Die Ergebnisse in Katzhütte und in anderen Schulen der Stadt Schwarzatal stehen noch aus.

Das Landratsamt beauftragte nach Bekanntwerden der Werte eine Fachfirma mit Detailmessungen in Kellerräumen und im Erdgeschoss über einen Zeitraum von einer Woche, vom 30. August bis 6. September, teilt Kreissprecher Peter Lahann mit. Dabei wurden für die beiden Schulen erhöhte Messwerte festgestellt. Das Landratsamt als Schulträger hat für diese Schulen Sofortmaßnahmen ergriffen. Die Schulleitungen wurden über das Ergebnis und die Maßnahmen informiert.

„In der Regelschule Gräfenthal wird die Radon-Konzentration in den Kellerräumen von der beauftragten IAF-Radioökologie GmbH als sehr hoch bezeichnet. Die Radonsituation sei als besorgniserregend zu betrachten, weshalb Sofortmaßnahmen wie ein stringentes Lüftungsregime umzusetzen sind“, so Peter Lahann weiter. Der zuständige Hausmeister wurde unmittelbar damit beauftragt. Darüber hinaus wurde der Werkenraum im Keller für den Unterricht gesperrt. In diesem Raum wurde die höchste Radon-Konzentration gemessen. Eine dauerhafte Absenkung der Radon-Innenraumkonzentration könnte durch eine Abdichtung des Gebäudes oder eine technische Belüftung erfolgen. Der Erfolg der Maßnahmen muss durch Messungen belegt werden.

An der Grundschule Gräfenthal ergibt sich laut Gutachten trotz erhöhter mittlerer Radon-Konzentration kein eindeutiges Bild über die Gesamtsituation. Empfohlen wird, den Speiseraum, die Lehrküche und das Hausmeisterzimmer mehrmals täglich stark zu lüften. Auch hier wurde der Hausmeister mit der Durchführung und Einhaltung des Lüftungsregimes beauftragt. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, wo das Radon aus dem Erdreich in das Gebäude dringt, erläutert der Sprecher des Landkreises das weitere Vorgehen.

Die Messwerte an der Regelschule Oberweißbach (Stadt Schwarzatal) lägen unter dem Referenzwert. Für die Grundschule Katzhütte und die Grundschule Meuselbach-Schwarzmühle (Stadt Schwarzatal) stünde die Auswertung der Messergebnisse noch aus. Hier sei in vier bis acht Wochen mit einer Auswertung zu rechnen.

Die Radonvorsorgegebiete des Freistaates Thüringen wurden im Dezember 2020 festgelegt. Betreiber einer Betriebsstätte in einem Radonvorsorgegebiet sind verpflichtet, über einen Zeitraum von zwölf Monaten Messungen der Radon-Konzentration durchzuführen.

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es ist unsichtbar, geruch- und geschmacklos und entsteht als Zwischenprodukt beim Zerfall von natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen im Boden. Die kurzlebigen Zerfallsprodukte des Radons lagern sich an Aerosole an, werden beim Einatmen in der Lunge ausgefiltert und schädigen das empfindliche Lungengewebe. Radon kann zum Beispiel durch Risse im Fundament oder durch nicht abgedichtete Kabel- und Rohrschächte in Gebäude eindringen und sich in der Raumluft anreichern.

Für die über das Jahr gemittelte Radonaktivitätskonzentration in der Luft von Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen in Innenräumen gilt jeweils ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft, informiert Peter Lahann zur Gesetzeslage.

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