Zerstörung in Schmalkalden Verwüstung: Unbekannte toben sich in Parkanlage aus

Unbekannte rissen Wegweiser aus der Verankerung. Foto: /Wolfgang Benkert

Herausgerissene Schilder und Informationstafeln, Hundekot auf einem Lilien-Drehsessel: Wieder hinterließen Unbekannte im Westendpark eine Spur der Verwüstung.

Schmalkalden - Dieser Anblick tut weh. Herausgerissene Wegweiser liegen auf dem Rasen, Informationstafeln hängen schief in ihrer Verankerung, die Schilder achtlos weggeworfen. Ein Drehsessel wurde als Hundeklo missbraucht. „Da hat man keine Worte mehr“, schreibt eine Schmalkalderin auf Facebook.

Vermutlich in der Nacht vom Samstag zum Sonntag haben sich Unbekannte in der bei den Einheimischen beliebten Parkanlage offenbar ausgetobt. Binnen weniger Tage zum zweiten Mal. Anfang der Woche sorgten Schmierereien auf den Wasserkugeln im Westendpark für Kopfschütteln und Unverständnis (wir berichteten). „bin empört“, „Deppen“, „ohne Verstand“, „Hohlkopf sagt man dazu“, posteten Nutzer unter die Bilder, die bereits am frühen Sonntagmorgen mehrfach geteilt und kommentiert worden sind. Es sei traurig, wie Einzelne mit dem Gemeinschaftsgut umgehen, nur weil er oder sie über irgendetwas frustriert sind“, macht sich ein andere Nutzer Luft. Appelle bringen offenbar nichts mehr, weil Bewusstsein für das Gemeinwohl nicht entwickelt werde. Nur wer selbst etwas pflegen muss, weiß die Arbeit zu schätzen, schreibt er. „Wir arbeiten jeden Tag daran, den Park für Besucher schön zu machen. Da ist es doch verständlich, dass man wütend ist“, reagierte eine Schmalkalderin, offenbar aus dem städtischen Bauhof, auf Einwendungen, nicht auf der Jugend herumzuhacken. Schnell waren einige Kommentatoren dabei, nach verstärkten Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei zu rufen. Was wiederum Bürgermeister Thomas Kaminski zu einer Reaktion veranlasste. Sowohl die Stadt als auch die Polizei würden das Gebiet regelmäßig kontrollieren, aber man könne den Park nicht 24 Stunden im Uhr im Auge behalten.

Kaminski äußerte sich am Sonntagnachmittag ebenfalls sehr verärgert über die neuerliche Sachbeschädigung. Sein Bauhof sei permanent hinterher, diese zu beseitigen. Zwei Mitarbeiter würden sich um den Westendpark kümmern, diesen pflegen, Rabatten neu bepflanzen, Unkraut jäten. Räumt einer, wie am Freitag, den Dreck anderer weg, fehlt er für andere Arbeiten, sagt der Verwaltungschef.

Das offensichtliche Katz-und-Maus-Spiel ist der Stadtchef nun leid. Wenn die Täter erwischt werden, gibt es richtig eins auf die Finger, kündigt er an, der sonst eher für vermittelnde Gespräche und gutes Zureden steht. „Es gibt Grenzen“, sagt Kaminski, „und die sind jetzt überschritten.“ sö

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