Protest in Sonneberg 1900 Demonstranten auf der Straße

Sarah Jakob

Die von der Formation „Sonneberg zeigt Gesicht“ bei der Versammlungsbehörde angemeldete Veranstaltung zog am Montagabend noch gut 300 Menschen mehr in die Innenstadt, als vergangene Woche. Die Redner werfen der Regierung unter anderem Versagen in der Energiepolitik vor.

Wie in der vorigen Woche liefen etliche Menschen aus dem Kreisgebiet gemeinsam vom „Stadtparkhüttla“ die Bahnhofstraße hinunter, um sich kurz nach 19 Uhr vor dem Rathaus zu versammeln. Mit 1900 Demonstranten verzeichnet der Zusammenschluss „Sonneberg zeigt Gesicht“ zum zweiten Mal seit der Sommer-Demopause einen hohen Zuspruch an Teilnehmern.

Dieser Wert sei durch die Zählmethode der Polizeibeamten an dafür geeigneten Orten als sehr genau zu werten, erklärt nach Veranstaltungsende Sonnebergs Polizeistellenleiter René Schunk. Ferner habe sowohl die Polizei, als auch die Vertreter der Versammlungsbehörde eine friedliche Veranstaltung verzeichnet. Im Allgemeinen habe die Durchführung der Demonstration den Angaben der vorher erfolgten Anmeldung entsprochen.

Die Formation „Sonneberg zeigt Gesicht“ hatte seit dem Frühsommer 2020 vor allem als Gegner der staatlichen Schutzmaßnahmen in Pandemiezeiten die öffentliche Interesse auf sich gezogen. Mittlerweile kritisiert die Formation vor allem den Umgang der deutschen Politik mit den wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine. Beim aktuellen Termin warfen die Rednerinnen und Redner, Anna Bernardy, Ingo Schreurs und Falko Graf der Regierung vor, die Verarmung der Menschen voranzutreiben und nicht im Sinne des Volkes zu handeln. Einen – nach eigener Aussage – spontanen Auftritt hatte Roland Schliewe. Der für die AfD in Stadt- und Kreistag aktive Kommunalpolitiker sei kurzfristig eingeladen worden, bei der Demonstration zu sprechen und begrüßte sein Publikum als „Realisten, Leute, die wissen, was los ist“. Er schloss sich den Ansichten seiner Vorredner an und kritisierte scharf die von der Regierung bestimmten Entlastungspakete als erhebliche Verschwendung von Steuergeldern.

 

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