Preis überreicht Regelschüler wandern 8000 Kilometer

Annett Recknagel
Schülersprecher, Schulleiterin Kerstin Jarosch (links) und Sportlehrer Andreas Bublis freuten sich sehr, ebenso die Vorsitzende des Schulfördervereins, Melanie Geißhirt (rechts). Foto: Annett Recknagel

200 Euro bekam die Regelschule Breitungen jetzt für die Teilnahme am Projekt „Wandern mit andern“. Die Schülerinnen und Schüler legten 8000 Kilometer zu Fuß zurück.

Breitungen - Im Umgang mit Smartphone und iPad sind junge Leute recht fingerfertig. Dass sie auch ihre Füße einsetzen können, bewies der Wettbewerb „Wandern mit andern“. Ausgeschrieben war er von August bis Oktober vorigen Jahres vom Landratsamt. Ziel war es, der Trägheit jedes Einzelnen entgegenzuwirken. Mitmachen durfte jeder. Einzelpersonen, Zweiergruppe, Familien – es gab mehrere Kategorien.

„Schulen und Kindertagesstätten haben wir extra angeschrieben“, berichtete Nicole Ritzmann vom Landratsamt, unter deren Regie der Wettbewerb ablief. Jedes Kind im Landkreis Schmalkalden-Meiningen habe eine Postkarte erhalten, um auf die Aktion aufmerksam zu werden. Nicole Ritzmann hat um die 16 000 davon verschickt. Wie der Titel des Wettbewerbs schon aussagte, ging es ums Wandern. „Uns liegt es sehr am Herzen, dass sich die Menschen im Freien bewegen“, erklärte Ritzmann. Zum Wandern benötige man nicht viel. „Es ist eine Sportart, die jeder beherrscht, ohne groß zu trainieren.“ In der Pandemie sei die Bewegung für alle Altersgruppen wichtiger denn je. „Bewegung stärkt nicht zuletzt auch die Psyche“, erklärte Ritzmann.

Die Breitunger Regelschule beteiligte sich selbstverständlich an dem Projekt. Dort gibt es Sportklassen und die Bewegung wird an der Einrichtung ohnehin großgeschrieben. Was sehr gut zum Projekt passte, war der Wandertag im September vorigen Jahres. „Den konnten wir stattfinden lassen“, erklärte Schulleiterin Kerstin Jarosch. Gemeinsam mit einigen Mitgliedern des Rhönklubs in Breitungen begaben sich alle Schüler auf vier Touren durch Breitungen. Zwischen sechs und zehn Kilometern legten sie zurück.

Als der Sportunterricht in der Halle wegen des Infektionsgeschehens nicht mehr stattfinden durfte, hatte Sportlehrer Andreas Bublis die Idee, mit den Klassen, unabhängig vom Wetter, zu wandern. Auf diese Weise wurde die Zeit – entweder eine oder zwei Schulstunden – sinnvoll genutzt. Zudem entdeckten die Schüler Ecken des Heimatortes, die sie vorher möglicherweise gar nicht kannten. „Wir waren sehr froh, dass die Kinder so in Bewegung blieben und rauskamen“, sagte Melanie Geißhirt als Vorsitzende des Schulfördervereins. Hochgerechnet wurden in der Breitunger Regelschule insgesamt 8000 Kilometer erwandert.

64 Schulen und 48 Kindertagesstätten im Landkreis beteiligten sich an dem Projekt, das vom Bund und von den Krankenkassen gefördert worden war. Nicole Ritzmann sprach von einer sehr guten Resonanz. Die Auswertung des über drei Monate währenden Wettbewerbes erfolgte im Landratsamt. Jede Einsendung sei ausgedruckt worden. Am Ende entschied das Los. Landrätin Peggy Greiser übernahm die Rolle der Glücksfee und zog die Gewinner. Familien und Einzelpersonen wurden ins Landratsamt bestellt, um dort ihre Preise entgegenzunehmen. Die Schulen und Kindergärten besuchte Nicole Ritzmann mit den entsprechenden Schecks selbst.

Die Breitunger haben einen Hauptpreis bekommen. Der ist mit einem Scheck über 200 Euro verbunden. Das Geld kommt in die Kasse des Schulfördervereins. „Wir sind derzeit an der Jahresplanung“, informierte Melanie Geißhirt. Auf jeden Fall komme das Geld den Schülern zu Gute. Die freuten sich sehr über den Erfolg. Stellvertretend für alle nahmen die Schülersprecher der verschiedenen Klassen den Scheck entgegen. Dazu gehörte auch ein Wanderrucksack. Und weiterhin in Bewegung bleiben, wollen die Mädchen und Jungen auch – Corona hin oder her.

 

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