Notarzt-Einsatz im Fußball Herzprobleme bei Hildburghausen

Ulrich Hofmann
Im Landesklasse-Spiel Steinach gegen Hildburghausen stellte Sandro Eichhorn (in gelb) erneut seine Torqualitäten unter Beweis. Er markierte den 0:2-Endstand und damit gleichzeitig den 50. Treffer der Saison für die Eintracht insgesamt. Schreckmoment der Partie war ein Notarzteinsatz wegen eines Schwächeanfalls und möglicher Herzprobleme bei Eintracht-Spieler Maximilian Schneider. Die Unterbrechung dauerte 25 Minuten. Foto: Carl-Heinz Zitzmann

Den besseren Start ins Südthüringer Landesklasse-Derby erwischt die SG zwar. Am Ende lautet der Endstand dennoch 0:2 für die FSV Eintracht Hildburghausen – und das trotz nur zweier Auswechslungen und eines Notarzt-Einsatzes.

Ins Südthüringer Derby der Landesklasse zwischen Steinach und Hildburghausen hatten die Platzhirsche den deutlich besseren Start. In den ersten 30 Minuten ging es eigentlich nur in eine Richtung.

Hildburghausen hatte in der Defensive große Probleme – der etatmäßige Mannschaftskapitän und Organisator der Abwehrreihe Johannes Schelhorn fehlte gelbgesperrt, für ihn rückte Maximilian Kupfer nach innen und Max Andersch übernahm die Rechtsverteidigerposition. Die Abstände zwischen den einzelnen Akteuren waren hier viel zu groß. In diese Löcher stießen immer wieder die Akteure von Steinach. Und so ergaben sich klare Möglichkeiten.

Beispiele gefällig? – Dominik Liesmann marschiert unbedrängt Richtung Tor. Lattenunterkante Niklas Tanneberg, zwei Kopfballversuche von Goalgetter Andre Gottschalk aus guter Position. Nach einer halben Stunde gab es durch Lukas und Felix Häusler sowie den Kopfball von Richard Büttner gleich drei verheißungsvolle Möglichkeiten. Die Führung der Steinacher war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Hildburghausen leistete sich auch zahlreiche Stoppfehler und Fehlabspiele. Sogar ein Einwurf landete direkt beim Gegner. Dazu handelten sich die Gäste noch zwei unnötige Verwarnungen wegen Reklamierens ein.

Jens Hirschfeld stellte dann den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Tobias Holl legte sich den Ball zum Freistoß zurecht. Eigentlich macht es der Mittelfeldakteur ja auch des Öfteren aus der Ferne mit Gewalt. Aber diesmal lupfte er das Leder gefühlvoll in den Lauf von Jens Hirschfeld. Und der Angreifer war einen Tick schneller am Ball als Torwart Kevin Eichhorn. So führten plötzlich die Gäste.

Notarzt-Einsatz

Hier war Yannik Kuhles schon gar nicht mehr auf dem Spielfeld. Für ihn kam Mitte der ersten Hälfte schon Tobias Lohr. Zur Halbzeit und kurz nach Wiederbeginn waren auch Max Kupfer und Martin Schleicher angeschlagen. Und zum wiederholten Mal hatte Hildburghausen (in der Landesklasse!) nur zwei Wechsler. Tristan Rüffer kam dann für Maximilian Schneider, der vom Notarzt behandelt werden musste (siehe unten).

Bei Hildburghausen gab es zum zweiten Durchgang klare Anweisungen: Die Bälle klar nach vorne klären oder schlagen. Mit dieser Taktik kam dann Steinach nicht mehr so oft vor den Hildburghäuser Kasten.

Nach knapp einer Stunde Spielzeit fehlte Philipp Heinz am langen Pfosten aber nur eine Schuhlänge zum Ausgleich. Nach der Verletzungsunterbrechung hatte Hildburghausen durch Jens Hirschfeld nach der Vorbereitung von Tristan Rüffer das 0:2 auf dem Schlappen.

Steinach wechselte gleich drei Mal und setzte alles auf eine Karte. Auch nach den bekannt weiten Einwürfen von Sebastian Wenke wurde es mehrfach gefährlich.

In der 85. Minute reklamierte Steinach vehement auf Handstrafstoß. Und der Ball war hier am Arm von Maximilian Kupfer. Doch Hildburghausen hatte hier Glück und mit der totalen Offensive ergaben sich natürlich auch Kontermöglichkeiten für den FSV.

Mit dem Konter zum 0:2

Eine dieser Möglichkeiten wurde toll ausgespielt: Jens Hirschfeld zieht hier zwei Mann auf sich und passt im rechten Moment auf Sandro Eichhorn. Für ihn war das 0:2 eine leichte Aufgabe. Der beste Torschütze der Eintracht, Eichhorn – mittlerweile ist er bei 16 Saisontoren –, erzielte somit auch den Jubiläumstreffer für Hildburghausen. Denn sein Tor war der 50. Treffer für die Eintracht in dieser Saison. Da hat wohl der Richtige getroffen ...

Angst ums Herz

In der 65. Minute musste dieses Derby wegen einer Verletzung unterbrochen werden: Maximilian Schneider hatte Probleme im Oberkörper und Herzbeschwerden. Deshalb wurde er zunächst auf dem Spielfeld behandelt und sicherheitshalber der Notarzt alarmiert. Nach sechs Minuten war bereits die Schnelle Medizinische Hilfe vor Ort und die Sanitäter übernahmen den Verletzten. Neben den Mitspielern waren auch die Sonneberger Akteure besorgt. Trainer Christian Häusler war unmittelbar nach dem Schwächeanfall helfend zur Stelle. Auch der Mannschaftskapitän der Gastgeber, Dominik Lorenz, erkundigte sich persönlich nach dem Befinden. Unter Beifall aller Akteure wurde Schneider in den Krankenwagen gebracht. Während dieser liegend im Einsatzfahrzeug versorgt wurde, kam auch der Notarzt. Anschließend wurde der Angreifer der Eintracht zur weiteren Abklärung ins Sonneberger Krankenhaus gefahren. Am Abend ging es ihm dann schon besser. Zum Glück! Einige Untersuchungen werden aber noch folgen. Die Erstversorgung und der Abtransport dauerten insgesamt 25 Minuten. Diese Zeit musste dann nachgespielt werden.

 

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