Vom Nachmittag bis in den Abend herrschte am Ostermontag in der Heimatstube in Neuhaus-Schierschnitz Hochbetrieb. Viele Föritztaler nutzten die Gelegenheit, die Zeugen der Vergangenheit von Neuhaus und Schierschnitz zu entdecken, alte Fotos und Postkarten anzuschauen, alte Brigadetagebücher aus den Elektrokeramischen Werken durchzublättern. Ullerich Coburger, der sich ehrenamtlich um die Heimatstube kümmert, hatte mit seiner Frau Gisela viel zu tun. Regelmäßig öffnet er die Heimatstube beispielsweise zu Feiertagen oder Festen. Und ein Festtagsgebäck gab es auch: Brigitte Wöhner aus Buch hatte Pfannkuchen gebacken. Die Einrichtung hat eine feste Fangemeinde. Dieser fiel auf, dass der Versammlungsraum neu verputzt und gemalert ist. Björn Schulze vom Kulturverein unterstütze Ulli Coburger im vergangenen Jahr bei den Arbeiten und die Gemeinde Föritztal leistete ihren Teil. Auch die Einrichtung hat sich zum besseren verändert. An den Wänden hängen teilweise auch neue Bilder. Ulli und Gisela Coburger berichten auch von vielen neuen Besuchern, die ihre Nase zum ersten mal in die Heimatstube steckten und sicherlich nicht zum letzten Mal. Im Ortsblatt und der Tageszeitung hatten sie von dem Termin gelesen. Die Einrichtung in der ehemaligen alten Schule von Neuhaus neben der Kirche will die Einwohner an ihre Vergangenheit erinnern mit alten Gerätschaften, mit Fotos, Dokumenten, Einrichtungsgegenständen und Bekleidung. Die Heimatstube ist für viele Erben auch Gelegenheit etwas für die Nachwelt bewahren zu lassen, das sie selber nicht aufheben können, oft aus Platzmangel. Jüngst kam Ulli Coburger so zu einer kleinen Sammlung ausgestopfter Tiere. Unterstützt wird Coburger neu vom Verein für Tradition und Kultur Neuhaus-Schierschnitz, der sich die Heimatstube als Betätigungsfeld ausgesucht hat. Für die Hilfe ist Ulli Coburger sehr dankbar, denn für die vielen Ideen braucht es viele helfende Hände. So will man stärker dokumentieren, wie sich Neuhaus und Schierschnitz verändert haben. Auszuwerten sind auch die zahlreichen Akten, die einen vielfältigen Einblick ins Leben von Neuhaus-Schierschnitz geben. Bislang wurde sehr viel gesammelt, aber weder katalogisiert noch ausgewertet. Dieses Problem teilt sich die Neuhaus-Schierschnitzer Stube mit vielen anderen. Doch Rettung ist in Sicht: Diese Aufgabe wollen die so genannten Babyboomer angehen, die in den nächsten Jahren in ihre wohlverdiente Rente gehen. Auch der derzeitige Bürgermeister Andreas Meusel wird dann zu den tätigen Unterstützern der Heimatstube gehören, wie er versichert.