Naturschutz Die Äpfel im eigenen Garten

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Der Vortrag von Thomas Wey stieß auf großes Interesse. Foto: /Wolfgang Swietek

Zu einem Vortrag „Wie werde ich mein eigener Obstgärtner?“ hatte der Kreisverband Schmalkalden-Meiningen vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in den „Alten Kuhstall“ in Untermaßfeld eingeladen.

Die Bilder, die Thomas Wey gleich zu Beginn seines Vortrages zeigte, stimmten schon nachdenklich. Um nicht zu sagen – sie waren bedrückend. Zeigten sie doch eine Entwicklung auf, die so nicht weitergehen sollte. Im Abstand von etwa zehn Jahren hatte er Wohnhäuser in der Region fotografiert, die jeweils auf den ersten Fotos von Wiesen und Obstbäumen umstanden waren. Ein Jahrzehnt später, oft nach einem Besitzerwechsel der Häuser, waren die Bäume verschwunden, die Wege fein säuberlich gepflastert. Von den Bäumen stand höchstens noch ein Baumstumpf, als Abstellfläche für eine Blumenschale. Ihr Obst kaufen die neuen Hausbesitzer sicherlich im Supermarkt. Ohne sich bewusst zu sein, dass dies schon eine Reise von zigtausend Kilometern meist aus fernen Ländern hinter sich hat.

Dass diese Äpfel oder Birnen dann wie gemalt aussehen, einer wie der andere, mag zwar verlockend sein. Gleich aus mehreren Gründen ist dies aber mehr als fragwürdig, wie Thomas Wey erläuterte. Zum einen sei dieses Obst mit viel Chemie behandelt worden und so manche gute Eigenschaft sei einfach „weggezüchtet“ worden, nur um dieses perfekte Aussehen zu erreichen. Zum anderen sind fehlende Obstbäume hierzulande auch ein Einschnitt in das gesamte Ökosystem. Blühende Obstbäume und Wiesen sind Voraussetzung für viele Insekten- und Vogelarten. Es ist ein ständiger Kreislauf, bei dem einer auf den anderen angewiesen ist. Rund fünftausend Arten seien es, wie Thomas Wey ausführte, die auf einer solchen Streuobstwiese zu finden sind. Diese oft seltenen Arten zu erhalten, habe sich der BUND auf seine Fahnen geschrieben.

„Wir sind keine Behörde, die etwas vorschreiben oder anordnen kann“, betonte Thomas Wey, „wir können nur jedem helfen, mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn jemand einen Beitrag zum Erhalt unserer Natur leisten will.“ Nicht ohne Stolz verwies er darauf, dass sich im Landkreis Schmalkalden-Meiningen schon ein Kreisverband des BUND gegründet hatte, bevor dies auf Landesebene geschah. Gute Kontakte zu den bayerischen Kollegen und deren Erfahrungen wurden genutzt, um hier in der Region Gleiches aufzubauen. Der zu DDR-Zeiten aus politischen Gründen nicht genutzte Grenzstreifen, der sich rund 1400 Kilometer durch das Land zog, es in zwei Teile trennte, bot nun als „Grünes Band“ eine ideale Fläche für eine sinnvolle Nutzung. Doch auch jeder Gartenbesitzer könne einen eigenen Beitrag zum Erhalt der Natur und zur Artenvielfalt leisten. Welche Obstsorten sich besonders eignen, wann und wie sie zu pflanzen sind, dazu steht der BUND mit Vorträgen und praktischen Kursen helfend zur Seite.

Über mangelnden Besuch bei diesen Veranstaltungen mussten sich die Organisatoren noch nie beklagen. Auch in Untermaßfeld wurde der Vortrag von Thomas Wey mit großem Interesse aufgenommen.

 

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