Bayreuth – Ein Großfeuer hat am Donnerstagnachmittag die Traditions-Gaststätte Rosenau in Bayreuth zerstört. Acht Menschen, unter ihnen sechs Feuerwehrmänner, erlitten Rauchgasvergiftungen. Kurz vor 19 Uhr wurde von den Verantwortlichen der Stadt Bayreuth der Katastrophenfall ausgerufen. Die Bayreuther Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe verschaffte sich am Abend einen Überblick am Brandort. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienste und Polizei waren im Großeinsatz.

Gelber, beißend riechender Rauch drang aus allen Fenstern und Öffnungen der Rosenau. Wie Polizeisprecher Alexander Czech vor Ort sagte, sei das Feuer im Saal der Diskothek ausgebrochen. Entsprechende Gerüchte, die vor Ort unter den vielen Menschen kursierten, die aus ihren Wohnungen gekommen waren und entsetzt das Feuer und die Löscharbeiten verfolgten, bestätigte Czech: Der Brand sei „wohl durch den fahrlässigen Umgang mit Pyrotechnik“ ausgelöst worden.

Zwei Personen, die sich zum Zeitpunkt des Brandes im Saal der Diskothek aufhielten – darunter der Pyrotechniker –, konnten sich aus dem brennenden Gebäude retten und erlitten eine Rauchgasvergiftung. Der Rettungsdienst transportierte sie in ein Krankenhaus. Nach Informationen unserer Zeitung konnte mindestens einer der beiden Verletzten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Nach Aussagen von Lucas Lauterbach, Pressesprecher der Bayreuther Feuerwehr, kam die Meldung über das Feuer um 15.52 Uhr in der Integrierten Leitstelle an. „Wir sind mit drei Löschzügen vor Ort, einer ist in Bereitschaft.“ Um an den Brandherd zu gelangen, wurde das Dach der Rosenau laut Lauterbach an mehreren Stellen geöffnet. Anschließend wurden die Flammen, die mehrere Meter hoch aus dem Dach schlugen, über drei Drehleitern von außen bekämpft. Um die Bayreuther Feuerwehr zu unterstützen, wurden unter anderem Kräfte der Feuerwehr Bindlach alarmiert, die mit schwerem Atemschutz im und am Gebäude unterwegs waren. Insgesamt seien rund 380 Einsatzkräfte vor Ort gewesen, davon rund 130 Helfer der Feuerwehren und viele weitere des Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks.

Auch nachdem das Dach geöffnet worden war, blieb die Brandbekämpfung schwierig. „Es steht nach wie vor dichter Rauch über dem Gebäude, die Flammen schlagen unverändert aus dem Dach. Das Feuer ist nach wie vor noch nicht unter Kontrolle“, sagte Czech am frühen Abend. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Rauch, der aus der 1925 gebauten Rosenau drang, giftig war, wurden Anwohner aufgefordert, die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Direkte Nachbarn wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Betroffenheit unter denen, die in der Badstraße die Löscharbeiten verfolgten, war groß: „Das war es dann wahrscheinlich“, sagte Birgit Fuchs, die direkt gegenüber der Rosenau wohnt. „Eine Ära geht zu Ende. Wie furchtbar, die Rosenau ist weg.“

Die Feuerwehr prüfte mit Messgeräten, wie giftig der dunkle Rauch ist. Nach ersten Erkenntnissen lag laut Polizei keine akute Gesundheitsgefährdung vor.

„Die enge Bebauung an dieser Stelle der Innenstadt macht es nicht einfach, an den Brandort zu kommen“, sagte Czech. Die Badstraße ist komplett gesperrt. Im gesamten Innenstadtgebiet kam es wegen des Brandes zu massiven Verkehrsbehinderungen. „Am Hohenzollernring staut sich der Verkehr“, sagte Czech. Die Einsatzleitung hat die Bereitschaftspolizei aus Bamberg zur Unterstützung angefordert, um den Einsatzort „großräumig absperren zu können“, erklärte Czech. Außerdem waren das THW und drei Notärzte im Einsatz. . Es handle sich um einen schwierigen Einsatz, sagte ein Helfer. Die Einsatzkräfte seien in „großer Gefahr“.Der Rauch, der vom leichten Wind Richtung Rathaus und den nordwestlich gelegenen Stadtteilen getrieben wurde, war in weiten Teilen des Stadtgebiets nicht nur zu sehen, sondern auch zu riechen. „Spätestens ab dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOH) riecht man es“, sagte Czech.

Auf dringende Empfehlung des Roten Kreuzes sprach sich Stadtdirektor Ulrich Pfeifer nach Rücksprache mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe dafür aus, den Katastrophenfall auszurufen. Grund ist die „besondere Gefährdung der umliegenden Häuser durch den starken Rauch“. n dieser Stufe unterhalb der Katastrophenschwelle werden alle Einsatzkräfte gebündelt, war vorher in der Form nicht der Fall war.
Wie Lucas Lauterbach sagt, könne der örtliche Einsatzleiter so schneller agieren. „Die Wege sind kürzer. Von der Katastrophe sind wir noch ein Stück entfernt.“ Was den Rauch betrifft, gab Pfeifer leichte Entwarnung: „Die kritischen Messwerte sind noch nicht erreicht.“

Der Kriminaldauerdienst hat noch am Abend Ermittlungen am Brandort aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen der Kriminalbeamten dürfte der Brand beim Umgang mit Pyrotechnik ausgebrochen sein, die von den beiden Arbeitern in der Diskothek aufgebaut wurde. Ähnliches bestätigte der Betreiber der Rosenau. Maximilian Dünkel, Aufsichtsratsvorsitzender der Rosenau, sagte, Auslöser sei der Test eines Indoor-Feuerwerks für eine Fahrradverlosung durch einen Pyrotechniker gewesen. Der Testlauf sei schief gegangen, das Feuer habe die Lüftung erfasst.