Museen, Burgen, Schlossgärten: Großes Interesse am Denkmaltag

Rund 20 Museen, Vereine und Privatpersonen hatten zum Tag des Offenen Denkmals im Kreis Hildburghausen ihre Pforten geöffnet. Rund 500 Besucher registrierte allein das Museum in Kloster Veßra.

Hildburghausen - Dort konnte das Motto des Denkmaltages „Sein und Schein“ in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege am eindrucksvollsten erlebt und nachempfunden werden. Denn das historische Dorf, das aus vielen Fachwerkbauernhäusern, einer Wassermühle, sowie aus Backhaus, Brauhaus, Schmiede, Gemeindehaus und einer Kapelle besteht, hat es so niemals gegeben. Es ist ein Schein-Dorf, das in dem 1975 gegründeten Hennebergischen Freilichtmuseum in der Zeit zwischen 1978 und 2001/2002 erst Stück für Stück künstlich errichtet wurde.

Alle Fachwerkgebäude stammen aus der gesamten Region Südthüringen und waren dem Verfall preisgegeben. Um sie zu retten, wurden sie an den Originalstandorten abgebaut und auf dem Museumsgelände in Kloster Veßra auf einer Fläche von etwa einem Hektar wieder aufgebaut. Hausversetzung oder Translozierung nennen das die Fachleute.

Museumsmitarbeiterin Christine Hartung und ihre Kolleginnen erläuterten den Besuchergruppen die unterschiedlichen Stile der Fachwerkhäuser. Das zuerst versetzte Haus stammt aus Witzelroda bei Bad Salzungen. Es wurde ab 1979 dort Stein für Stein und Balken für Balken abgebaut und bis 1981 auf dem Klostergelände ähnlich wie beim Lego-Spiel wieder errichtet. Etwa die Hälfte der Gebäude wurde auf diese Weise umgesetzt.

Nach der Wende mit der Weiterententwicklung der Krantechnik wurden ganze Wände der Fachwerkhäuser abgebaut und in Kloster Veßra wieder zusammengesetzt.

Um „Sein und Schein“ ging es auch bei der Vorführung von Maurermeister und Restaurator Steffen Sommer- Er zeigte wie sich mit zwei eingefärbten Putzschichten, der seit dem 16. Jahrhundert aus Italien stammenden SGrafitto-Technik, sowie mit Illusionsmalerei das Auge täuschen lässt. Durch Hell-Dunkelabstufungen wird eine plastisch wirkende Darstellung von Gegenständen vorgegaukelt.

Karin und Helmi Storch aus Brotterode-Trusetal haben die Fachwerkhaus-Führungen begeistert. „Super“, sagt die Frau, die sich an ähnliche Gebäude erinnert fühlt, die sie als Kind in Sachsen gesehen hat. Auch in den anderen Museen, Burgen, Kirchen, Schlössern, Schlossgärten und Heimatstuben herrschte großes Interesse am Denkmaltag.

 

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