Was ist gegen Sauberkeit schon zu sagen? Und wer sauber sein will, muss sich halt säubern. So weit, so gut. Doch das Wort Säuberung ist aus dem hygienischen Bereich längst weiter gewandert in jene Gefilde, die getränkt sind von Blut und Leid, von Mord und Unterdrückung. Wir benutzen es wie selbstverständlich, wenn Machthaber unterschiedlichster Couleur sich ihrer Gegner entledigen. Derzeit läuft eine "Säuberungswelle" in der Türkei. Für die Betroffenen dort ist dies mit dem Verlust von Einkommen und Vermögen, vor allem aber von Ehre verbunden. Die Welle, so die Absicht, spült alle in den - zumindest materiellen - Abgrund, die den Absichten von Präsident Erdogan im Wege stehen könnten.