Von dem englischen Fußballer Gary Lineker ist diese Weisheit überliefert: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Auf die Rüstungsindustrie übertragen müsste der Spruch lauten: Bietverfahren sind zwar kompliziert und intransparent, aber am Ende gewinnt immer Heckler & Koch. Auch nach der Entscheidung des OLG Düsseldorf, dass der Bund die Suhler Waffenschmiede Haenel zu Recht von der Vergabe für den Auftrag für das Sturmgewehr ausgeschlossen habe, behält der Fall einen faden Beigeschmack. Hatte der Bund nicht gerade deshalb neue Sturmgewehre bestellen wollen, weil er kein Vertrauen mehr in die vorhandenen Produkte seines Hoflieferanten hatte? Und ist vielleicht doch etwas dran an dem Vorwurf der Waffenbauer, die sich schon früh aus dem Verfahren zurückgezogen hatten, weil aus ihrer Sicht alles auf Heckler & Koch zugeschnitten war? Der Fall zeigt vor allem eines: Die Vergabeverfahren bei der Bundeswehr, wie sie aktuell laufen, sind der Truppe nicht würdig. Alles erscheint irgendwie immer nach Murks. Statt endloser Gerichtsverfahren wäre Transparenz nötig. Welches Gewehr ist nun wirklich besser? Denn im Fußball wie in Vergabeverfahren gilt: Wenn immer derselbe gewinnt, dann macht bald kein anderer mehr mit.
Meinung Eintöniges Spiel
Jolf Schneider 22.06.2022 - 19:46 Uhr