Bundespräsident Steinmeier hat in seiner zentralen Gedenkrede zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion ein ritualisiertes Schuldeingeständnis wiederholt. Er hat damit die Chance vertan, die deutsche Erfahrung von Leid aus diesem Krieg in die Erinnerung einzubringen. Außerdem hat er wieder gezeigt, dass er nur die westdeutsche Sicht auf das Drama kennt. Es laste auf ihm, „dass wir den Opfern im Osten unseres Kontinents viel zu lange Anerkennung, auch Anerkennung durch Erinnerung, verwehrten“, klagte er. Er sollte als Präsident aller Deutschen wissen, dass in der DDR an niemanden so stark erinnert wurde wie an die Soldaten der Sowjetarmee und die zivilen sowjetischen Opfer. Und das an niemanden so wenig gedacht wurde wie an die umgekommenen deutschen Soldaten und die Familien, die sie hinterlassen haben, kommentiert Olaf Amm.