Meininger Theater Puccinis Meisterwerk in Künstlerhand

Kennen sich von früheren gemeinsamen Projekten: Markus Lüpertz und Jens Neundorff von Enzberg. Foto: Marie Liebig

Mit Markus Lüpertz inszeniert demnächst einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler des Landes Puccinis „La Bohème“ am Meininger Staatstheater.

Meiningen - In Kürze beginnen am Theater die Proben zu einer ganz besonderen Produktion: Markus Lüpertz wird Giacomo Puccinis „La Bohème“, das vor 125 Jahren seine Uraufführung feierte, inszenieren und die Ausstattung verantworten. Es ist die erste Regiearbeit des 80-Jährigen, der den neuen Intendanten Jens Neundorff von Enzberg bereits aus verschiedenen gemeinsamen Arbeiten kennt. Premiere wird die Oper am 10. Dezember, 19.30 Uhr, im Großen Haus haben. Zu erleben sein wird Markus Lüpertz übrigens bereits vor der Premiere zur Matinee zu „La Bohème“ am Sonntag, 28. November, 11.15 Uhr im Foyer des Großen Hauses.

Die Puccini-Oper in vier Bildern wird in Meiningen in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln zu erleben sein. Die Handlung: Im Dachboden eines Pariser Hauses leben die Künstler Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline am Rande der Armut. Als die junge Nachbarin Mimi an ihre Tür klopft, um Licht für ihre Kerze zu erbitten, kommt noch eine Sorge in Rodolfos Leben: die Liebe. Trotz Mimis Krankheit beschließen sie, bis zum Frühling zusammen zu bleiben. Kann diese große, jedoch so zerbrechliche Liebe den bitteren Winter überleben? „Es ist ein herrliches und ein entsetzliches Leben, das seine Sieger und Märtyrer hat“, schrieb Henri Murger in seinem Roman „Scènes de la vie de bohème“, und anhand dieser Vorlage schufen die Erfolgslibrettisten Giacosa und Illica einen Text von herzzerreißender Schönheit und exzeptioneller Musikalität. Puccini erlebte selbst mittellose Studienjahre in Mailand; seine Partitur für „La Bohème“ atmet den pulsierenden Esprit der Jugend und die Poesie des Leidens. Trotz des Misserfolgs der Premiere 1896 hat sich diese Hymne an die Liebe trotz aller Schwierigkeiten als Standard-Opernrepertoire durchgesetzt und gilt als Puccinis Meisterwerk, das nicht nur seine Opernästhetik definierte, sondern auch als Inbegriff des Verismo (eine von Italien ausgehende, von der Literatur auf die Oper übertragene naturalistische Stilrichtung im 19. und 20. Jahrhundert) eine deutliche Tendenz setzte.

Diese Künstleroper wird also in Meiningen von einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler, dem Maler, Grafiker und Bildhauer Markus Lüpertz, auf die Bühne gebracht, der – neben Bühne und Kostüm – auch erstmals für die Regie verantwortlich sein wird.

Autor

 

Bilder