Meiningen. Insgesamt 210 Hunde und Katzen hat der Tierschutzverein Meiningen in der Auffangstation am Rohrer Berg 2009 betreut. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 150 Tagen. 2008 waren es 229 Tiere, die rund 120 Tage beherbergt wurden. Dies sind Zahlen aus dem Rechenschaftsbericht, den die alte und neue Vorsitzende des Vereins, Angelika Gaßdorf, zur Mitgliederversammlung am Samstagnachmittag in der Gaststätte Schlundhaus vorstellte.
Seit der Gründung des Meininger Tierschutzvereins im Jahre 1991 besteht seine Hauptaufgabe darin, die Tierauffangstation zu betreiben, in welcher Fundtiere, überwiegend Hunde und Katzen, aufgenommen werden. Bei Fundtieren handelt es sich entsprechend geltender Rechtsvorschriften des Landes um verlorene Tiere, die besitzlos, aber nicht herrenlos sind, erläuterte die Vorsitzende.
Parfüm, Zigarettenrauch
Als Kriterien zur Einstufung dienen äußere Merkmale wie Ernährungszustand, Ohrmarkierungen, allgemeines Erscheinungsbild und Verhaltensweisen sowie der Dinge mehr. Wild lebende Tiere, insbesondere Katzen, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale nicht zweifelsfrei als verlorene Tiere erkannt werden können, sind grundsätzlich nicht als Fundtiere zu betrachten, stellte Gaßdorf klar.
In dem Zusammenhang verwies sie beispielsweise auf Katzen mit Freilauf, die von Anliegern gefüttert und dann mitunter in der Tierauffangstation als zugelaufen oder Fundtier abgegeben werden, es aber ganz offensichtlich nicht sind. Denn eine Katze, die nach Parfüm oder Zigarettenrauch riecht, hat sicher auch einen Besitzer, nennt die Vorsitzende Indizien, die mehr auf eine Abschiebung als auf ein Fundtier verweisen.
So brachte im letzten Jahr die Feuerwehr eine Katze auf den Rohrer Berg, die angeblich einer Familie aus einem Wohnblock zugelaufen war. Am nächsten Tag holten die Besitzer ihr Tier wieder bei uns ab. Es hatte sich herausgestellt, dass die Nachbarn wussten, wem die Katze gehört. Sie gaben den entscheidenden Hinweis. Deshalb ist zu unterscheiden: Nicht jede im Freien herumlaufende Katze ist wildlebend. Die meisten sind Stubentiger, die tagsüber auf Streifzug gehen und abends von ihren Besitzern zu Hause erwartet werden, erinnerte Gaßdorf.
Füttern untersagt
Und sie gibt noch einen weiteren Hinweis, der beachtet werden sollte: Die ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt untersagt das Füttern fremder oder herrenlos umherstreunender Katzen. Dies gilt auch speziell für das Einrichten von Futterstellen. Diese befördern die Vermehrung der Tiere und sorgen für eine ausufernde Katzenpopulation. Nicht zuletzt wird dadurch die Arbeit des Tierschutzvereins erschwert.
Die eigentlichen Aufgaben sehen anders aus. Die Tierschutzverein nimmt für die Kommune, die verpflichtet ist, Fundtiere aufzunehmen und zu betreuen, diese Aufgabe war. Die Stadt unterstützt ihrerseits den Verein, den sie mit dieser Aufgabe explizit betraut hat. Sie ist natürlich auch selbst Mitglied.
Im Jahr 2008 waren es 99 Hunde und 130 Katzen, die aufgenommen wurden. Sie konnten zum großen Teil an ihre Besitzer zurückgegeben oder an neue Tierhalter weitervermittelt werden. Bei den Samtpfoten lag die Vermittlungsquote bei fast 80 Prozent.
Nagetiere aufgenommen
Im gleichen Jahr kümmerten sich die Mitarbeiter der Auffangstation um Nagetiere. Zwei Degus und drei Meerschweinchen fanden auf dem Rohrer Berg eine vorübergehende Bleibe. Sie sind an neue Tierhalter vermittelt beziehungsweise dem Tierpark Suhl übergeben worden, um eine artgerechte Haltung abzusichern. Die Verweildauer lag durchschnittlich bei 120 Tagen, sie stieg allerdings 2009 auf 150 an.
Verstöße gegen Gesetz
83 Hunde fünf davon wurden wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz amtlich eingewiesen, sprich den Besitzern entzogen und 127 Katzen sind letztes Jahr aufgenommen worden. Fälle von Tiermisshandlungen werden immer häufiger, auch in unserer unmittelbaren Umgebung. Wir erleben erschreckende Fälle, speziell bei Hunden, die wir nur mit großem Aufwand aus ihrem Elend befreien können, verweist die Vorsitzende auf eine Tendenz, die vielfältige Ursachen und ganz unterschiedliche Auswirkungen hat. Sie lobte all jene Bürger, die den Mut haben, solche Fälle zu melden und einen oft steinigen Weg durch Behörden gehen, bevor sie ihr Ziel erreichen.
Letztlich freuen sich alle Tierschützer, wenn einem Vierbeiner geholfen werden konnte. In der Auffangstation, dies betonte die Vorsitzende einmal mehr, wird ihnen eine Rundumversorgung zuteil. Dazu zählt die Impfung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten, Parasitenbehandlung zur Vorbeugung von Krankheiten, eine eindeutige Kennzeichnung und bei Katzen gegebenenfalls die Kastration, um einer unkontrollierten Vermehrung entgegenzuwirken. Darüber hinaus werden kranke Tiere fachgerecht versorgt und gepflegt, wie auch allgemein die Fellpflege und Reinigung der Hunde und Katzen zur Standardversorgung gehören.
G roßzügige Ausläufe
Die Voraussetzung, um all dies absichern zu können, bietet die Tierauffangstation mit ihrer Zwingeranlage für zwölf Hunde, einschließlich einer Quarantäneanlage für vier Hunde und das Katzenhaus mit 20 Plätzen. Zudem stehen den Bewohnern auf dem insgesamt 3200 Quadratmeter großen Gelände in der Rohrer Straße 104 großzügige Auslaufmöglichkeiten zur Verfügung. Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit werden bei uns groß geschrieben, verwies Gaßdorf auf den hervorragenden Gesamtzustand der Anlage.
Volle Sammelbehälter
Ihr Dank galt abschließend all jenen, die einen Beitrag dazu leisten, dass die Tierauffangstation rundum funktioniert. Dazu zählt selbstverständlich auch die Vermittlung, die beispielsweise über eine eigene Internetseite sowie über die Heimatzeitung erfolgt.
Besonders froh ist der Verein über die Spendenfreudigkeit der Bürger, die sich unter anderem anhand der regelmäßig gefüllten Futtersammelbehälter in den verschiedenen Supermärkten der Stadt bemerkbar macht. Der Öffentlichkeit präsentieren wird sich der Verein 2010 wieder im Rahmen eines Tags der offenen Tür in der Tierauffangstation, auch um allen Unterstützern Dank zu sagen. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gemacht. (ob)
Seit der Gründung des Meininger Tierschutzvereins im Jahre 1991 besteht seine Hauptaufgabe darin, die Tierauffangstation zu betreiben, in welcher Fundtiere, überwiegend Hunde und Katzen, aufgenommen werden. Bei Fundtieren handelt es sich entsprechend geltender Rechtsvorschriften des Landes um verlorene Tiere, die besitzlos, aber nicht herrenlos sind, erläuterte die Vorsitzende.
Parfüm, Zigarettenrauch
Als Kriterien zur Einstufung dienen äußere Merkmale wie Ernährungszustand, Ohrmarkierungen, allgemeines Erscheinungsbild und Verhaltensweisen sowie der Dinge mehr. Wild lebende Tiere, insbesondere Katzen, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale nicht zweifelsfrei als verlorene Tiere erkannt werden können, sind grundsätzlich nicht als Fundtiere zu betrachten, stellte Gaßdorf klar.
In dem Zusammenhang verwies sie beispielsweise auf Katzen mit Freilauf, die von Anliegern gefüttert und dann mitunter in der Tierauffangstation als zugelaufen oder Fundtier abgegeben werden, es aber ganz offensichtlich nicht sind. Denn eine Katze, die nach Parfüm oder Zigarettenrauch riecht, hat sicher auch einen Besitzer, nennt die Vorsitzende Indizien, die mehr auf eine Abschiebung als auf ein Fundtier verweisen.
So brachte im letzten Jahr die Feuerwehr eine Katze auf den Rohrer Berg, die angeblich einer Familie aus einem Wohnblock zugelaufen war. Am nächsten Tag holten die Besitzer ihr Tier wieder bei uns ab. Es hatte sich herausgestellt, dass die Nachbarn wussten, wem die Katze gehört. Sie gaben den entscheidenden Hinweis. Deshalb ist zu unterscheiden: Nicht jede im Freien herumlaufende Katze ist wildlebend. Die meisten sind Stubentiger, die tagsüber auf Streifzug gehen und abends von ihren Besitzern zu Hause erwartet werden, erinnerte Gaßdorf.
Füttern untersagt
Und sie gibt noch einen weiteren Hinweis, der beachtet werden sollte: Die ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt untersagt das Füttern fremder oder herrenlos umherstreunender Katzen. Dies gilt auch speziell für das Einrichten von Futterstellen. Diese befördern die Vermehrung der Tiere und sorgen für eine ausufernde Katzenpopulation. Nicht zuletzt wird dadurch die Arbeit des Tierschutzvereins erschwert.
Die eigentlichen Aufgaben sehen anders aus. Die Tierschutzverein nimmt für die Kommune, die verpflichtet ist, Fundtiere aufzunehmen und zu betreuen, diese Aufgabe war. Die Stadt unterstützt ihrerseits den Verein, den sie mit dieser Aufgabe explizit betraut hat. Sie ist natürlich auch selbst Mitglied.
Im Jahr 2008 waren es 99 Hunde und 130 Katzen, die aufgenommen wurden. Sie konnten zum großen Teil an ihre Besitzer zurückgegeben oder an neue Tierhalter weitervermittelt werden. Bei den Samtpfoten lag die Vermittlungsquote bei fast 80 Prozent.
Nagetiere aufgenommen
Im gleichen Jahr kümmerten sich die Mitarbeiter der Auffangstation um Nagetiere. Zwei Degus und drei Meerschweinchen fanden auf dem Rohrer Berg eine vorübergehende Bleibe. Sie sind an neue Tierhalter vermittelt beziehungsweise dem Tierpark Suhl übergeben worden, um eine artgerechte Haltung abzusichern. Die Verweildauer lag durchschnittlich bei 120 Tagen, sie stieg allerdings 2009 auf 150 an.
Verstöße gegen Gesetz
83 Hunde fünf davon wurden wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz amtlich eingewiesen, sprich den Besitzern entzogen und 127 Katzen sind letztes Jahr aufgenommen worden. Fälle von Tiermisshandlungen werden immer häufiger, auch in unserer unmittelbaren Umgebung. Wir erleben erschreckende Fälle, speziell bei Hunden, die wir nur mit großem Aufwand aus ihrem Elend befreien können, verweist die Vorsitzende auf eine Tendenz, die vielfältige Ursachen und ganz unterschiedliche Auswirkungen hat. Sie lobte all jene Bürger, die den Mut haben, solche Fälle zu melden und einen oft steinigen Weg durch Behörden gehen, bevor sie ihr Ziel erreichen.
Letztlich freuen sich alle Tierschützer, wenn einem Vierbeiner geholfen werden konnte. In der Auffangstation, dies betonte die Vorsitzende einmal mehr, wird ihnen eine Rundumversorgung zuteil. Dazu zählt die Impfung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten, Parasitenbehandlung zur Vorbeugung von Krankheiten, eine eindeutige Kennzeichnung und bei Katzen gegebenenfalls die Kastration, um einer unkontrollierten Vermehrung entgegenzuwirken. Darüber hinaus werden kranke Tiere fachgerecht versorgt und gepflegt, wie auch allgemein die Fellpflege und Reinigung der Hunde und Katzen zur Standardversorgung gehören.
G roßzügige Ausläufe
Die Voraussetzung, um all dies absichern zu können, bietet die Tierauffangstation mit ihrer Zwingeranlage für zwölf Hunde, einschließlich einer Quarantäneanlage für vier Hunde und das Katzenhaus mit 20 Plätzen. Zudem stehen den Bewohnern auf dem insgesamt 3200 Quadratmeter großen Gelände in der Rohrer Straße 104 großzügige Auslaufmöglichkeiten zur Verfügung. Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit werden bei uns groß geschrieben, verwies Gaßdorf auf den hervorragenden Gesamtzustand der Anlage.
Volle Sammelbehälter
Ihr Dank galt abschließend all jenen, die einen Beitrag dazu leisten, dass die Tierauffangstation rundum funktioniert. Dazu zählt selbstverständlich auch die Vermittlung, die beispielsweise über eine eigene Internetseite sowie über die Heimatzeitung erfolgt.
Besonders froh ist der Verein über die Spendenfreudigkeit der Bürger, die sich unter anderem anhand der regelmäßig gefüllten Futtersammelbehälter in den verschiedenen Supermärkten der Stadt bemerkbar macht. Der Öffentlichkeit präsentieren wird sich der Verein 2010 wieder im Rahmen eines Tags der offenen Tür in der Tierauffangstation, auch um allen Unterstützern Dank zu sagen. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gemacht. (ob)