Meiler brennt Bald Holzkohle aus Bermbach

Annett Recknagel

Der 32. Meiler in Bermbach ist entfacht – Der neue Köhler Arno Perlewitz bestand seine Premiere. Das Meilerfest selbst wurde sehr gut angenommen. Zwei Jahre hatte pandemiebedingt keins stattfinden können.

20 Sekunden voller Spannung. Sämtliche Blicke waren auf den Meiler gerichtet. Jemand klettere hoch und holte die 32 ein. Arno Perlewitz hatte den Meiler gerade entfacht. Für den 18-Jährigen war es eine Premiere. Und gerade deshalb war auch er etwas angespannt. Wobei ihm Daniel Jäger versicherte: „Das wird schon gut.“ Und er sollte Recht behalten.

Nach den besagten 20 Sekunden spuckte der Meiler erste dünne Rauchfäden aus. Die wurden mit fortschreitender Zeit immer dicker und endlich zeigte sich dichter weißer Rauch. Rauch, der in der Vergangenheit immer schon zu Beginn des Meilerfestes zu sehen und zu riechen war.

Landrätin zu Gast

Und freilich auch in den Augen von Akteuren und Gästen brannte. Also entschloss man sich im Meilerverein irgendwann, den Meiler erst am Ende des Festes zu entfachen. Besonders hart gesonnene Bermbacher harrten dann trotzdem auf dem Festplatz aus.

Das Bier schmeckte nach wie vor und so ein bisschen Meilerduft hat noch niemanden wirklich geschadet. Natürlich waren alle froh, dass das Entfachen so gut klappte. Schließlich hatte auch der Meilerverein wegen Corona zwei Jahre lang pausieren müssen. „Wir bedanken uns bei all unseren Sponsoren und Helfern und Partnern“, betonte Fabian Wolf als Vorsitzender des Meilervereins und freute sich, dass selbst Landrätin Peggy Greiser den Weg nach Bermbach gefunden hatte. Über die Bedeutung der Holzkohle für die Eisenerzverarbeitung hatte sie im Vorfeld nachgelesen. Und auch über die urkundliche Ersterwähnung von Bermbach im Jahr 1274 hatte sie sich informiert.

Die Vielfalt der Feste mache die Region liebenswert, stellte sie heraus. „Euer Fest ist ein Höhepunkt, der in unser Region so leicht nicht wieder zu finden ist“, sagte Steinbach-Hallenbergs Bürgermeister Markus Böttcher und freute sich mit den Bermbachern. Nachdem sich der erste Rauch zeigte, spielten die Stilletaler einen Tusch, man klatschte und war guter Laune. Der Koloss 2022 hat einen Durchmesser von sechs Metern. 24 Raummeter Holz sind verbaut. In Zusammenarbeit mit dem Forst wurde das in den letzten beiden Jahren zusammen getragen.

Zwei Drittel Buche

60 Prozent ist Buchenholz, der Rest Fichte. „Es dürfte gute Holzkohle geben – das wird schon klappen“, waren sich die Damen und Herren des Bermbacher Meilervereins schon im Vorfeld sicher. 2019 hatte das letzte Meilerfest stattgefunden. Jetzt sind alle 36 Vereinsmitglieder sehr froh, dass es endlich wieder eine Neuauflage des Festes geben konnte. Und es kam bei den Gästen sehr gut an.

Zwei Tage lang wurde bei bestem Wetter tüchtig gefeiert. Darbietungen der Musikschule Fröhlich begeisterten ebenso wie die Rhön Rock´n Roller für gute Stimmung sorgten. Frühschoppen, Mittagessen und bunter Familiennachmittag mit vielen Überraschungen und musikalischer Unterhaltung mit den Stilletalern lockten viele Gäste an.

Für die Mitglieder des Meilervereins beginnt nach dem Fest die Arbeit. Über eine Woche lang ist Meilerwache angesagt. Heißt: Je vier Personen übernehmen im Zwei-Schicht-System die Kontrolle des qualmenden Riesen. Familie Jäger machte den Anfang.

Insbesondere kommt es darauf an, mögliche Löcher im Meiler mit Erde zu versiegeln. Und natürlich freuen sich die Vereinsmitglieder auf eine reiche Holzkohleernte. Wie die ausfallen wird, steht am Wochenende fest.

 

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