Massentest Hildburghausen: Elternvertreter kritisieren Corona-Tests

Ein Helfer nimmt bei Michelle Walther, Berufsschülerin, eine Probe für einen Corona-Schnelltest im Staatlichen Berufsbildenden Schulzentrum Hildburghausen. Foto: dpa/Martin Schutt

Die Landeselternvertretung (LEV) kritisiert die Corona-Massentests im Landkreis Hildburghausen. So sollen nichtgetestete Schüler benachteiligt sein.

Hildburghausen - Im Landkreis Hildburghausen soll der bundesweit erste großangelegte Test auf das Coronavirus am Freitag abgeschlossen werden. Bis zu 9000 Kindergarten- und Schulkinder sowie Lehrer und Erzieher waren aufgerufen, sich auf das neuartige Sars-CoV-2-Virus testen zu lassen. «Das war die maximale Stärke, ich rechne damit, dass wir etwa ein Drittel erreichen», sagte Landrat Thomas Müller (CDU). Mit Ergebnissen sei voraussichtlich erst am Montag zu rechnen.

In dem Kreis waren die Kindergärten und Schulen am 25. November geschlossen worden. Hintergrund war der explosionsartige Anstieg der Infektionszahlen in der Region. Der Landkreis war tagelang die Region in Deutschland mit der höchsten Inzidenz mit bis zu 630 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen. Am Donnerstag war der Wert weiter zurückgegangen und lag laut Gesundheitsministerium bei 409,8.

Müller bedauerte, dass sich nicht alle Bürgermeister und Kindertageseinrichtungen im Kreis dem Aufruf zu den freiwilligen Tests angeschlossen hatten. Auch Eltern hätten sich abgeneigt gezeigt. Dabei sollte auch herausgefunden werden, ob Schulen und Kitas eine erhöhte Corona-Dunkelziffer aufwiesen.

In einer Mitteilung der Landeselternvertretung (LEV) hieß es, unter den Eltern gebe es Unmut: «Immer wieder wurde die Freiwilligkeit des Tests betont – doch was Eltern nun erleben, scheint dem zu widersprechen», hieß es. «Während die Schulen und Kitas am kommenden Montag wieder für negativ getestete Kinder öffnen sollen, müssen Kinder ohne Test eine weitere Woche zu Hause bleiben.» Nicht getesteten Kindern habe eigentlich kein Nachteil entstehen sollen, wie es hieß. «Eine weitere Woche häusliches Lernen ist im Vergleich zum direkten Schulbesuch durchaus einer.» dpa

 

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