Kostenloses Angebot Bürgermeister: Her mit den Schnelltests

Blick auf einen Corona-Schnelltest in einer Teststation. Foto: Vincent Jannink/ANP/dpa/Symbolbild/dpa

Die Initiative des Landratsamtes Schmalkalden-Meiningen, kostenlose Corona-Schnelltests zur Verfügung zu stellen, wird von Bürgermeistern aus der Region hoch gelobt. Der Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich geht noch weiter.

Schmalkalden - „Wir müssen testen, testen, testen“, sagte der FDP-Politiker, der nach seiner  Erkrankung wieder genesen ist, der Redaktion. Ullrich hatte schon Anfang Januar bundesweit Schnelltests angeregt. „Wir freuen uns, dass der Landkreis Schmalkalden-Meiningen unsere Idee aufgegriffen hat“, bekräftigte sein Berliner Büro am Freitag.

Der Floh-Seligenthaler Bürgermeister Ralf Holland-Nell (CDU) hatte am Mittwochabend  im Gemeinderat über die freiwilligen Massentestes informiert und den Auftakt für den 26. Februar in der Sporthalle von Struth-Helmershof angekündigt. Es werde logischerweise zunächst deutlich mehr positive Fälle geben, so Holland-Nell. Doch so ließen sich gezielter Maßnahmen ergreifen, die Pandemie gezielter bekämpfen und beenden.

„Mein Kollege hat völlig recht. Schnell her mit den Schnelltests“, sagte der Schmalkalder Bürgermeister Thomas Kaminski. „Jeder weiß, dass es eine Dunkelziffer gibt. Wir brauchen ein realistisches Bild, auch um Kontakte nachverfolgen zu können. Natürlich werden mehr Infektionen aufgespürt, das ist doch gewollt.“

Bislang sei es sehr schwierig, überhaupt einen Test zu bekommen. „Das ist mit großem Aufwand und Lauferei  verbunden, vor allem am Wochenende. Man kommt da nicht einfach mal dran.“  

Laut seinen Informationen empfehlen zahlreiche Schmalkalder Unternehmer die Tests ihren Mitarbeitern. „Ich kann die Betriebe nur dazu ermutigen.“ Die Pandemie lasse sich nicht mit politischen Beschlüssen für beendet erklären. „Einfach nicht testen, nicht hinschauen, nicht mehr darüber reden und so zur Normalität zurückkehren, wie sich das manche Leute vorstellen, funktioniert nicht.“ Die meisten Schmalkalder verhielten sich der Situation angemessen korrekt. Aber eine Minderheit trage mit ihrem Verhalten dazu bei, dass sich alles in die Länge ziehe. Vieles sei auf Naivität zurückzuführen, nicht auf bösen Willen.

„Ich freue mich sehr, dass der Landkreis vorgeprescht ist“, sagte der Brotterode-Trusetaler Bürgermeister Kay Goßmann. „Die Fallzahlen werden sich zunächst erhöhen, dann aber sinken. Wir können uns so mittelfristig eine sehr gute Situation erarbeiten. In ein paar Tagen geht das natürlich nicht.“ Die Stadt werde ihre Sporthalle zur Verfügung stellen.

Dass „Testen, Testen, Testen“, wie vom FDP-Wirtschaftspolitiker Ullrich angeregt, außerordentlich erfolgreich ist, beweist Südkorea seit vielen Monaten. Dort läuft das Leben fast normal, auch weil sich die Bevölkerung sehr diszipliniert verhält und Gesichtsmasken ohnehin zum Straßenbild gehören. In dem 51 Millionen Einwohner-Land gab es bislang 1514 Corona-Tote. Am Sonntag veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO für Südkorea 362 Neuinfektionen. In Thüringen mit 2,1 Millionen Einwohnern sind bislang 2082 Menschen mit Covid-19 verstorben, am Sonntag wurden 283 Neuinfektionen gemeldet.

 

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