Konzert der Talente Junge Musiker spielen in Schmalkalder Stadtkirche

Annett Recknagel

Talente – so war der Abend in der Schmalkalder Stadtkirche überschrieben. Es wurde ein sehr kurzweiliges Konzert mit vielen schönen Beiträgen.

Schmalkalden - Die Orgel ist krank und alle wollen helfen: Zwölf Benefizkonzerte sind bis zum 26. Dezember geplant. Der Erlös der Spenden wird dank der Stiftung Kirchenerhaltungsfonds verdoppelt. Die Halbzeit ist längst erreicht. Am vergangenen Sonntag gab es musikalische Darbietungen von Talenten zu hören. Und die gingen so richtig ins Ohr. Denn: Nicht nur kleine Talente, auch etwas größere trauten sich im Altarraum der St. Georgs Kirche zu singen und zu musizieren. Den Anfang machte Emily Queck mit ihrer Geige. Nach ihrem Solo begeisterte die Zehnjährige dann gemeinsam mit Mutter Cordula. Dass das sehr fröhliche Konzert auf den Ewigkeitssonntag fiel, an dem eigentlich eher ernste Themen angesagt sind, war nicht außergewöhnlich. „Wir wollen es uns gut gehen lassen, denn an diesem Sonntag richtet sich unser Blick auch voraus“, sagte Dekan Ralf Gebauer. Zudem hatte am Vormittag in der Stadtkirche ein sehr denkwürdiger Gottesdienst stattgefunden, in dem die Namen der in diesem Jahr verstorbenen Damen und Herren verlesen worden waren. Die Konfirmanden hatten für jeden einzelnen eine Kerze gestaltet und angezündet. Denkwürdig war diese bewegende Stunde auch wegen der Musik.

Andreas Conrad (Orgel) und Andreas Krautwald (Trompete) hatten dazu beigetragen und wirklich passende Stücke gespielt. Doch zurück zum Abend. Nachdem Emily Queck mit ihrer Mutti gemeinsam gespielt hatte, war deren jüngere Schwester Sophie an der Reihe. Sie überraschte mit einem Wiegenlied von Franz Schubert, dargeboten auf dem Cello und bekam dafür auch sehr viel Beifall. Die zwei Schwestern strahlten. Dekan Ralf Gebauer hatte für jeden, der sich traute, sein musikalisches Talent unter Beweis zu stellen, eine orgelpfeifenähnliche Nougatstange als Dankeschön mitgebracht. Cordula Queck war im übrigen noch ein weiteres Mal zu hören. Mit ihrem Mann Daniel und Stefan Kroll gefiel sie als Trio – einmal Flöte spielend, ein anderes Mal Geige spielend und freilich auch singend. Der Mittelteil des Konzertes gehörte dem Trio. Die ausgesuchten Lieder waren sehr stimmig. „Wunderbar ist die Welt“ und „Du bist mein Zufluchtsort“ wurden sehr eindrucksvoll dargeboten. Das Publikum konnte abschalten und genießen.

Möglicherweise blieb auch die Liedzeile „Ich muss mich nicht mehr fürchten, er lässt mich nicht im Stich, ich muss ihm wertvoll sein“ den Zuhörern im Gedächtnis. Sie gehört zum Lied „Ich bin in guten Händen“. Als einen weiteren Überraschungsgast kündigte der Dekan Susanne Schulz an. Sie gefiel als Harfenistin. Dass sie dieses seltene Instrument wie keine Zweite beherrscht, war schon nach dem ersten Stück zu merken. Sehr professionell agierte sie. Zum Träumen lud „Scarborough Fair“ von Simon & Garfunkel ein. Das mittelalterliche Lied brachte Susanne Schulz sehr klangvoll herüber, um sich anschließend an die Rolling Stones zu wagen. Es sei seltener, ein Lied dieser Rockband auf der Harfe zu versuchen, aber bei ihr hörte es sich wirklich sehr gut an. Außerdem hatte sie mit „You raise me up“ von Josh Groban eines ihrer Lieblingsstücke mitgebracht. Selbst den Titelsong ihrer Lieblings-Netflixserie wollte sie dem Publikum nicht vorenthalten. Die Anwesenden genossen ihr Harfenspiel, in das sie sehr viel Ausdruck legte. Harfe und Gesang hört man auch nicht unbedingt jeden Tag – allein deshalb gestaltete sich dieser Auftritt zu einem Höhepunkt des Abends. Ein weiterer wartete mit Anne Gebauer auf die Zuhörer. Die Tochter von Dekan Gebauer hatte eine Mischung bekannter Melodien mitgebracht und spielte dazu Ukulele. Dass der Dekan selbst immer für eine Überraschung zu haben ist, dürften die meisten Schmalkalder bereits gemerkt haben. Und so hatte sich auch der Agent der englischen Königin eingeschmuggelt. „Skyfall“ stand im Programm und zeigte Anne Gebauer als außergewöhnliche Interpretin.

Doch dem noch nicht genug: Vater und Tochter setzten mit dem Titel „Million Dreams“ als Duett noch einen obenauf. Ganz klassisch mit einer Arie von Johann Sebastian Bach, dargeboten von Susanne Sell von der Empore herab, klang das Talente-Konzert in der Stadtkirche aus. Begleitet wurde die Schmalkalderin von Andreas Conrad an der Orgel. Die Besucher applaudierten und verließen mit einem Lächeln die Kirche. Die Kollekte war für die Sanierung der Orgel bestimmt. Das nächste Konzert ist eine Adventsmusik mit Sopranistin Elke Hausmann und Kantor Andreas Conrad an der Orgel. Beide wollen Ohrwürmer, Evergreens und Musikperlen zu Gehör bringen. Angekündigt war das Konzert in der Weidebrunner Kirche am ersten Advent um 17 Uhr. Es könnte aber gut sein, dass es in der Stadtkirche stattfindet. Das soll pünktlich bekannt gegeben werden, meinte Dekan Ralf Gebauer.

 

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