Wenn die Deutschen über den demografischen Wandel reden, kriegen sie vor lauter Schreck zusätzliche Sorgenfalten und büschelweise graue Haare. Dabei geht es um eine wunderschöne Angelegenheit, das Älterwerden. Das Geplapper von einer Vergreisung, das Politiker, Wirtschaftsbosse, aber auch viele Journalisten betreiben, ist tumb und töricht. Mit steigender Lebenserwartung erhöht sich logischerweise das Durchschnittsalter. Und die meisten heute 80-Jährigen sind keine Menschen, die auf den Tod warten, sondern noch hohe Ansprüche an das Leben haben. Etliche sind so fit wie früher 40-Jährige. Mehr Geburten, das ist ebenfalls logisch, bringen keine Lösungen, sondern mehr Probleme. Der Platz auf Erden ist begrenzt, Bevölkerungsrekorde nicht erstrebenswert. Viele der rund 800 000 Neugeborenen pro Jahr werden ein sehr hohes Lebensalter erreichen; die Einwohnerzahl Deutschlands wird gar nicht so stark sinken. Die Gesellschaft sollte endlich die Maßstäbe an die Entwicklung anpassen und Alter nach den Kriterien des dritten Jahrtausends definieren.
Klartext Schönheit des Alterns
Thomas Heigl 09.03.2018 - 17:24 Uhr