Es tut sich was in Sachen grüne Energien im Freistaat. Die Ziele der Landesregierung - und auch das bereits Erreichte - bei der Nutzung der Biomasse sind dabei durchaus beachtlich. Und es ist nur zu begrüßen, wenn sie darangeht, auch die Potenziale konsequent auszuschöpfen, die Stroh, Gülle, Bioabfälle und Restholz liefern. Was hier möglich ist, hat man bei Holz und Raps ja bereits gezeigt. Im Mai ist der Freistaat regelmäßig das gelbe Herz Deutschlands. Und die Zeit spielt für Thüringen, wenn man auf erneuerbare Energien setzt. Auch vieles, was heute noch unwirtschaftlich erscheint, könnte bei steigenden Energiepreisen bald eine wichtige Rolle in der Energieversorgung einnehmen. Allerdings: Wenn man den Blick über den eigenen Thüringer Tellerrand hinaus richtet, ist Bioenergie aus eigens dafür angebauten Energiepflanzen eine zumindest zweischneidige Geschichte - auch wenn hier 20 Prozent Anbauflächen für die eigene Versorgung nicht gebraucht werden. So wie es zweischneidig wäre, Holz, das man als Bauholz nutzen kann, der Energie wegen zu verbrennen - was die Landesregierung richtigerweise nicht tun will. In naher Zukunft könnte es zudem auch von der Energieausbeute her viel interessanter sein, Flächen für die Solarstromproduktion statt für nachwachsende Rohstoffe zu nutzen. Es muss ja nicht auf den besten Böden sein, sondern kann auch auf eher extensiv genutzten Wiesen geschehen. Bereits nach derzeitigem Stand der Technik wäre der Energieertrag hier um ein Vielfaches größer als bei nachwachsenden Rohstoffen. Oder die Fläche, die man braucht, entsprechend kleiner. Nur die derzeit noch zu hohen Kosten für Solarstrom verhindern momentan eine solche Strategie. Aber auch da spielt die Zeit für den Freistaat. Umso mehr, wenn er seine Potenziale entschlossen nutzt.
Klartext Grünes und gelbes Herz
Von Georg Grünewald 12.05.2010 - 00:00 Uhr