Ein Herbst-Sonnensonntag wie gemalt. Fast auf jeden der 42 195 Strecken-Meter kam eine Starterin oder ein Starter. Der Berlin-Marathon mit 40 000 Teilnehmern feierte gestern Jubiläum. Zum 40. Mal wurde das sportliche und gesellschaftliche Großereignis in der Hauptstadt angeschossen. Diesmal vom äthiopischen Wunderläufer Haile Gebrselassie. 314 Thüringer hatten sich in die Startliste eingetragen. Darunter zwei Bad Salzunger, drei Barchfelder, zwei Tiefenorter, drei Schmalkalder und zwei aus Merkers (Angaben ohne Gewähr). Kai Malzahn aus Viernau vom RTV Haselgrund lief übrigens mit der Superzeit von 2:59,11 duch das Ziel am Brandenburger Tor. Der lange Lauf ist für viele Menschen zu einer Herausforderung geworden. Wenigstens einmal im Leben einen Marathon zu bestreiten, halten sie für ein lohnenswertes Ziel. Das Glücksgefühl, nach vielen tausend Schritten endlich den so ersehnten Querstrich zu überschreiten, entschädigt für alle Mühen auf dem langen Weg der gewissenhaften Vorbereitung. Nicht jeder von uns kann oder will solche Strapazen auf sich nehmen. Und trotzdem lohnt es sich, Marathon-Menschen zum Vorbild zu haben. Ist nicht unser ganzes Leben wie ein Lauf um die Zeit, mit erschwerten Wegen und erstrebenswerten Zielen? Jetzt ist der Sommer vorbei. Der Herbst greift nach uns. Nehmen Sie den Wechsel der Jahreszeiten sportlich. Wie eine Marathon-Frau oder ein Marathon-Mann! Und unterm Berliner Zielstrich steht da ja noch ein Weltrekord des Kenianers Kipsang. Frenetisch feierte die Menge auch die Dritte bei den Frauen: Irina Mikitenko ist mit 41 immer noch Deutschlands beste Läuferin. Sie rannte Master-Weltrekord in 2:24,54. Waldemar Cierpinski lässt grüßen. Reporterlegende Heinz-Florian Oertel würde wohl sinnieren: Nennen Sie Ihre Tochter Irina.