Kirchenchronik Nach 350 Jahren lohnt sich ein Blick

Karl-Wolfgang Fleißig
Viele Details, Daten, Namen, Projekte hatte Pfarrer Bodo Dungs beim Chronikabend am Mittwoch mit den Gästen in der Kirche zu teilen. Foto: Karl-Wolfgang Fleißig

Mit einer Festwoche feiern die Brünner das 350-jährige Bestehen ihrer Kirche. In den Jahrhunderten ist natürlich viel Geschehen – deshalb blickte Pfarrer Bodo Dungs gemeinsam mit Gästen an einem Abend in die Chronik des Gotteshauses.

Stolz steht sie da auf einem Hügel – die Kirche in Brünn – und blickt in diesem Jahr auf eine 350-jährige Geschichte zurück. Aus diesem Anlass findet in dem Gotteshaus gerade eine Festwoche statt. Am Mittwoch nun konnten die Besucher der Kirche in einem Chronikabend die vergangenen dreieinhalb Jahrhunderte in Wort und Bild Revue passieren lassen. Ein Beamer, Laptop sowie eine Projektionswand waren bereit, in Betrieb genommen zu werden. Der Taufstein und der Altarbereich waren mit Blumen geschmückt.

Das Kirchenschiff war mit Besuchern gut besetzt, als Pfarrer Bodo Dungs um 18 Uhr den Abend eröffnete. „Ich freue mich, dass Sie gekommen sind und über Ihr Interesse an 350 Jahre Kirche in Brünn. Sie müssen mich nicht sehen, nur hören“, begann er den ersten Teil des Chronikabends, der etwa eine Stunde dauerte. Zunächst in Form eines Vortrages vermittelte Pfarrer Dungs den Gästen verschiedene Fakten zur Brünner Kirche. Die Daten stützen sich auf Aufzeichnungen des Pfarramtes, besonders auf eine Pfarrer-Chronik, welche die Pfarrer Mauer und Michels geführt haben.

Der Grundstein für die Kirche wurde am 7. September 1670 gelegt und im März 1671 wurden das Dach und der Turm aufgerichtet. Am 15. Dezember 1672, einem dritten Advent, wurde das Gotteshaus schließlich eingeweiht. Im Jahr 1673 fand die erste Kirchweihfeier statt und der Friedhof wurde angelegt. 1677 wurde der untere Stock des Pfarrhauses aufgerichtet. Apropos: Neunzehn Pfarrer hat die Brünner Kirche seit ihrer Einweihung gesehen. Pfarrer Bodo Dungs ist der zwanzigste und seit 1990 Pfarrer im Ort.

Deutsche kämpften für Griechenland

Viel hörten die Besucher des Chronikabends über Altarbau, Orgel, Glocken, Einbau der Kanzel oder Erneuerung des Turmknopfes. Letzterer wurde im Laufe der Jahrhunderte bereits mehrmals erneuert. Nach einem Gewittersturm wurde 1846 das Kirchdach neu eingedeckt. Am 6. Juli 1853 wurde wieder einmal der Turmknopf abgenommen und in der Urne ein Schriftstück unter anderem mit dem Text gefunden, dass sich Griechenland im Kampfe von 1821 bis 1829 von der türkischen Herrschaft freigemacht habe und in diesem Kampf viele Deutsche teilgenommen hätten. Darunter auch der Sohn des damaligen Kantors Schilling. Viele Details waren am Mittwochabend zu vernehmen, viele Datumsangaben, Namen und Projekte. Nach einer halbstündigen Pause stieg Pfarrer Dungs in den zweiten Teil des Chronikabends ein. Hier waren es rund 90 Bilder, die den Anwesenden gezeigt wurden.

Schon seit Oktober des vergangenen Jahres wurde dieses Jubiläum vorbereitet, so Pfarrer Dungs. Einmal monatlich habe sich das Festkomitee, in dem alle Vereine vertreten sind, getroffen. Die Vereine sorgen nach einem „Dienstplan“ für das leibliche Wohl der Festbesucher. Am vergangenen Mittwoch war es der Feuerwehrverein, der sich um Speisen und Getränke gekümmert hatte. Auch politische Vertreter von Goßmannsrod und Poppenwind haben sich dem Pfarrer nach stark mit in die Vorbereitungen eingebracht.

Noch ist die Festwoche in der Brünner Kirche nicht vorbei. Am kommenden Samstag gibt es um 17 Uhr ein Chorsingen mit verschiedenen Chören und am Sonntag um 13.30 Uhr einen Festgottesdienst mit Regionalbischof Tobias Schüfer unter Beteiligungen der Gruppen und Vereine des Ortes. Anschließend findet ein gemütliches Beisammensein im Pfarrgarten statt. An beiden Tagen wird wieder für Speisen und Getränke gesorgt sein.

 

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