Karneval Gleichamberg Das Grabfeld tobt, der Berg bebt

Kurt Lautensack

„Uns könne se gor nis“, sind sich die Gleichamberger Karnevalisten einig. Sollen sie doch machen was sie wollen, „die Politnarren in Hibu, Erfurt und Berlin“. Die Sitzung mit Elferrat und Aktiven hatte gut Lachen.

Im Eröffnungslied des Gleichamberger Karnevalsverein (GKV) heißt es: „Gleichamberg Helau, heute tobt das ganz Grabfeldgau…“, was am Wochenende den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Denn mit dem GKV stürzten sich auch die Vereine von Haina, Milz und Römhild in das karnevalistische Treiben. Und wenn dazu auch noch der Kelte vom Berg steigt, ja dann bebt nicht nur dieser, sondern der ganze Saal. Dabei hat das GKV-Team bewiesen, dass sie trotz der langen Zwangspause nichts verlernt haben und das Blut der karnevalistischen Ader in Wallung brachten.

Dafür sorgten nach der Begrüßung der Saalgäste durch den Präsidenten Normen Florschütz sogleich die Große Garde des GKV. Ihr eindrucksvoll und flott umgesetzter „Böhmische Traum“, bei dem sie selbst die hellsten Sterne des Abends waren, choreografiert von Jasmin Dauer, war ein gelungener Auftakt. Dass die Balletts das gewisse Salz in der Suppe sind, dem stimmen wohl alle zu. Dabei sollen an dieser Stelle einfach mal die begeisterten Mittänzerinnen und ihre Trainerinnen hervorgehoben werden, die einfach ihre (Musik)Ideen choreografisch wundervoll umsetzen.

Ob es die Purzelgarde als „Barbies“ waren, eingeübt von Daniela Kaiser und Pauline Greb, die Juniorengarde mit ihrem Marsch, trainiert von Ulrike Heusinger und den beiden Mittänzerinnen Luise Greb und Neele Krämer oder die erwähnte Große Garde. Hinzu kommt das Männerballett mit „Baywatch“, in Schwung gebracht von Sindy Hanisch oder die außergewöhnlichen „Chickenwings“, toll in Szene gesetzt von Stefanie Amrell und nicht zu vergessen der Showtanz, doch dazu später mehr. Nicht ohne Zugabe wurde Tanzmariechen Maxi Schmidt (1. Klasse) und Trainerin Jasmin Wachenschwanz entlassen. Sicherlich selten, dass beide miteinander über die Bühne wirbelten.

Selbstverständlich darf der teils hintergründige Humor nicht fehlen, der einerseits entspannte und zum anderen das Zwerchfell trainieren soll. Da war Marie Schüler die richtige in der Bütt, die in gekonnter Gleichebarcher Mundart „dös Labe is a orche blaach“, als frustrierte Jugendliche den Bildungsnotstand und anderes aufs Korn nahm. Für den Kelten Bertram Dauer, der „seit Ewigkeiten hoch droben auf dem Berg tront“ ist es nicht anders, wenn er die Keule schwingend vom Grabfeld über „Schildurghausen“, Erfurt und Berlin auf das „Narrenland Deutschland“ blickt. Dabei kommt er zu der Erkenntnis: „Wer kriecht, der stolpert nicht“. Aber natürlich ist ihm vom Berg auch das Positive bei seinem Rundumblick nicht entgangen.

Für ein absolutes Stimmungshoch sorgten die Zamboniker, „Zambos“ (Bernd Wachenschwanz) Gleichberg-Musikanten auf Stühlen, Tisch und Bühne, bei dem auch der Präsident Normen mit seiner Steierischen Harmonika kräftig mitmischte.

Für die abendliche musikalische Begleitung sorgte die Band Project 23., für den richtigen Sound Manuel Both und für Licht und Farbe Ronny Krämer. Als Moderatoren des Abends konnten sich Sitzungspräsident Thomas Sokolowski und Robin Greger auszeichnen. Ein Dank geht auch an die Saalbedienung. Mit einem Orden geehrt wurden Ehrenmitglied Ewald Schmidt und Hausschneiderin Heike Conrad sowie die Präsidenten der anwesenden Karnevalsvereine aus Bibra und Viernau. Letzteres geschah zwischen den Auftritten.

Dazu gehörten die Auftritte von Hilde und Rosi, (Susi Krämer, Louisa Bischoff), die sich einiges vom Mallorca-Urlaub erhofften, der Simson Kutscher (Linus Krämer) mit seiner Mopedbiene (Luise Krämer) und das Schnatterquintett mit dem Ex-Sitzungspräsidenten Tino Krauslach und seinen Frauen Reni, Ninette, Heike und Ina, begleitet von Sebastian Fehd an der Gitarre. Bevor ihre Diätkur zur Tortur wurde brachen sie lieber ab und schauten der Wahrheit ins Gesicht. Seit über zehn Jahren kaum wegzudenken, das Quartett um Heidi Schüler mit Peggy, Jenny und Susan. In „Ladies-Night“ erklärten sie unter anderem die Begriffe Blumenhochzeit, Partnerschaftsbörse und Seniorenstift.

Den krönenden Schlusspunkt setzte das Showballett, das sich mit Louisa Bischoff und einer tollen Choreografie auf eine „mystische Reise“ begaben. Als sich die 15 Tänzerinnen zum Abschlussbild formierten und sich fächerartig ausbreiteten, war dem Abend, den Project 23 um weitere zwei Stunden verlängerte, nichts mehr hinzuzufügen.

 

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