Inzidenz steigt Wartburgkreis schließt Schulen und Kitas

, aktualisiert am 05.03.2021 - 15:46 Uhr
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Ab Montag sind im Wartburgkreis Schulen und Kindertagesstätten wieder dicht. Das teilte das Landratsamt am Freitag mit.

Bad Salzungen - Wie aus der aktuellen Allgemeinverfügung hervorgeht, sollen neben den Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege und Schulen auch Schulhorte und Internate im Wartburgkreis ab Montag, 8. März, mindestens so lange geschlossen bleiben, bis die Inzidenz an sieben Tagen nacheinander unter 200 liegt. „Uns sind die Hände gebunden“, erklärte Sozialdezernent Martin Rosentengel (CDU) auf Anfrage unserer Zeitung. Man habe die Bürgermeister des Kreises per E-Mail entsprechend über die Schließung informiert. Entsprechend der bisherigen Vorgehensweise werden die Einrichtungen eine Notbetreuung der Klassenstufen 1 bis 6 zur Verfügung stellen. Auch in vielen Kindergärten gibt es eine Notbetreuung.

Am Freitag lag der Inzidenzwert laut RKI bei 189,1 und damit nochmals höher als am Donnerstag, als er bereits 164,7 gestiegen war. Laut Landratsamt setze sich diese Entwicklung im Verlauf des Freitags fort: "Der Risikowert ist auch im Tagesverlauf des 5. März 2021 weiter stark ansteigend", heißt es in der Allgemeinverfügung. Deswegen sei damit zu rechnen, dass er auch die 200er-Marke knacken wird.

Dabei ist sie tatsächlich wohl bereits überschritten. Seit Wochen registriert der Wartburgkreis vor Ort ständig über 100 Gesamt-Infektionsfälle mehr, als in der Statistik des RKI erfasst sind. Der statistische Effekt dieses Datenstaus: Die RKI-Inzidenzzahlen fallen künstlich niedrig aus. Berechnet man die Inzidenz nur aus den örtlichen Daten des Gesundheitsamts, lag sie bereits am Donnerstag bei 204 und am Freitag bei 208 – und dies mit seit dem 11. Februar nahezu durchgängig steigender Tendenz.

Der Inzidenzwert zeigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Offizielle Grundlage für Lockdown-Entscheidungen ist landesweit allein der Wert des RKI, unabhängig von etwaigen Daten-Problemen.

Mit großer Sorge blicken die Verantwortlichen im Wartburgkreis derzeit auch auf die Situation in Dermbach und Umgebung mit dem zuletzt höchsten Wert an aktiven Infektionsfällen. Stand Freitag, 13.30 Uhr waren es insgesamt 59 Fälle. Laut Rosenstengel lasse sich noch nicht feststellen, wie es dazu kam. Nun werde geprüft, ob eine Testaktion organisiert werden kann. ap/er/mö

 

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