Gehren/Großbreitenbach - Einen traurigen Rekord meldete das Forstamt Gehren diesen Monat: "Die Förster beobachten einen Befallsdruck durch den Borkenkäfer, den es in dieser massiven Form in Thüringen noch nie gegeben hat", heißt es in einer Pressemitteilung. Schuld sei der Klimawandel mit zwei Dürrejahren nacheinander und viel zu trockenem und mildem Winter. Für Waldbesitzer sei es nun höchste Zeit, im Winter geworfene und gebrochene Fichten, aber auch frisch befallene, zu sanieren, bevor sich eine weitere Käfergeneration vollständig entwickele. Dafür seien "schnellstmöglicher Einschlag und zügiger Abtransport der Stämme erforderlich", so Lars Gruppe, Forstschutzkoordinator im Forstamt Gehren. Ansonsten müsse das Holz entrindet oder mit Pflanzenschutzmitteln fachgerecht behandelt werden. Außerdem sollten 14-tägig Befallskontrollen stattfinden. Forstamtsleiter Karsten Rose in Gehren rät zum Verbrennen des Schadholzes, weil das CO2-neutral erfolge, also nur jenes Kohlendioxyd frei werde, das zuvor per Photosynthese gebunden worden war. Durch massiges Schadholz und Coronakrise seien der Holzmarkt gestört, die Holzpreise ohnehin im Keller. "Wenn es örtlich als Brennholz verwertet wird, entlastet es nicht nur die Atmosphäre, sondern hilft auch Waldwege freizuräumen und dem Borkenkäfer weiteres Brutmaterial zu entziehen", so Rose. Dieser Satz könnte missverstanden werden, denn brennendes Holz entlastet die Atmosphäre nicht zwingend. Nachgefragt dazu räumte Rose ein, dies gelte nur, wenn die Feuer nicht zusätzlich und unnötig entzündet würden, sondern das Holz anstelle Kohle und Öl genutzt werde. Das allerdings ist wegen des geringeren Heizwerts von Holz bei vielen Industrie-Prozessen nicht umsetzbar.