Ilmenau/Geschwenda - Wohnmobile boomen: Um 56.668 ist deren Zahl von 2019 auf 2020 in Deutschland angestiegen. 589.355 waren es nach der jüngsten Bestandsaufnahme des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bundesweit: 492 Ferienhäuser auf Rädern waren davon zu Jahresanfang 2020 im Ilm-Kreis registriert. Das ist mal wieder ein neuer Höchstwert und inzwischen dürften es noch mehr sein, denn der Verkauf steigt rasant. Dabei ist nicht auszuschließen, dass die drei Monate Corona-Vollsperre, die auch in der Verkaufs- und Verleihbranche deutliche Einbrüche brachten, bis zum Ende des Jahres mehr als ausgeglichen werden. "Es ist Wahnsinn", sagt Nora Lippert, eine der beiden Geschäftsführerinnen bei "Lippert-Reisemobile" in Geschwenda, auf Anfrage von Freies Wort , während im Hintergrund zu vernehmen ist, dass die Telefone im Raum nicht stillstehen. "Seit Männertag läuft alles extrem, hat der Verkauf sehr, sehr deutlich zugenommen", sagt sie. Im Prinzip sei sie inzwischen ausverkauft und Nachschub sei derzeit nicht zu bekommen. Auf die Frage, ob momentan überhaupt noch Wohnmobile zu haben seien, sagt sie: "Wir haben nicht wirklich noch welche dastehen!" Dabei gebe es von der Kundschaft keine speziellen Vorlieben, gekauft werde querbeet, große wie kleine und großteils mit Sofortzahlung. "Ich weiß nicht, ob da mancher seine Schatztruhe aufmacht, keine Ahnung", sagt Lippert. Die Menschen kämen, weil wohl Flugzeuge, Busse und Massenunterkünfte gemieden würden. Einer habe es mit der Erklärung, "wir haben Angst vor Hotels" auf den Punkt gebracht. Die Geschwendaer Wohnmobilhändlerin rechnet aber mit einer Beruhigung am Markt im Laufe nächster Wochen, denn neue Modelle kämen erst ab Herbst wieder rein.
Ilmenau/Geschwenda Stark nachgefragt: Rollendes Feriendomizil
Thomas Klämt, Teja Banzhaf 22.06.2020 - 18:50 Uhr