Arnstadt - Nur eines ist bisher in Bezug auf die Fachhochschule Kunst in Arnstadt sicher: Ihr Studium beenden können die Studenten dort nicht, ab dem 1. April ist der Studienbetrieb eingestellt. Einige wechseln an die Bauhaus-Universität Weimar, andere müssen gar nach Ottersberg ziehen. Einziger, winziger Lichtblick ist, dass es für sie vielleicht eine Entschädigung für entstehende Mehraufwendungen geben könnte. Ob überhaupt und wie viel, ist ungewiss. Bei Landrätin Petra Enders sind in den vergangenen Tagen zahlreiche Schreiben von Studenten eingegangen, in denen sie ihre Härtefälle beschrieben haben. "Am Dienstag gingen diese 25 Schreiben an unser Ministerium, eines hatte uns direkt erreicht", sagt der Pressesprecher des Bildungsministeriums Gerd Schwinger. Mit der konkreten Prüfung der einzelnen Unterlagen, in denen unter anderem Fahrtkosten für Wohnungssuche, Studiengebühren für zusätzliche Semester an einer anderen Uni oder Fachhochschule, neue Pflichtlektüre, Umzugskosten und mehr aufgelistet sind, wolle man nun beginnen. "Die Prüfung ist umfangreich und wird bis nach Ostern dauern", sagt Schwinger. "Eigentlich müssten politische Verantwortliche beim Kultusministerium dafür Konsequenzen tragen - sie tun ja gerade so, als sei das nun ein Gnadenakt", sagt Rechtsanwalt Gerhard Pein aus Arnstadt, der die Studenten rechtlich berät. Versäumnisse sieht er auf Seiten des Ministeriums: "Mit einer angemessenen, hinterlegten Bürgschaftssumme hätte die Insolvenz verhindert werden können!", ist er sich sicher. Der Rechtsanwalt sieht nur eine Lösung: "Das Land müsste die Konsequenz ziehen und solche Experimente in Zukunft unterlassen. Für die Studenten müsste ein Fonds eingerichtet werden, der Umzugskosten, höhere Studiengebühren und so weiter absichert", sagt er.