Manebach - Sein Leserbrief hat wohl einige Leser von Freies Wort zumindest irritiert. Vor wenigen Tagen bedankte sich Burkhard Beetz beim Organisations-Team des Biathlon-Welt-Cups in Oberhof auf diesem Wege für die Betreuung, die er als blinder Zuschauer während der Wettkämpfe genossen hatte.

Ein Blinder als Besucher der Welt-Cup-Wettkämpfe? "Zum Biathlon in Oberhof war ich zum ersten Mal. Aber die Möglichkeit, als blinder oder sehbehinderter Besucher die Wettkämpfe an der Strecke verfolgen zu können, gibt es schon seit einigen Jahren", erzählt Burkhard Beetz während er sich in seiner Küche aus der Kaffeemaschine eine Tasse Kaffee eingießt, Milch dazu gibt und die Milch in den Kühlschrank stellt. "Gehört habe ich davon im vergangenen Jahr, so dass ich mich rechtzeitig im September für Karten anmelden konnte." In Begleitung seiner Frau Ute, mit der er auf einen reservierten Parkplatz zum Bustransfer gefahren ist, erhielt er einen Sitzplatz auf der Tribüne, ein Betreuer überreichte ihm Kopfhörer, über die er die Kommentare und Berichte von der Strecke hörte. "Da habe ich alles mitbekommen", erklärte der 49-Jährige noch voller Freude, "wer in Führung liegt und wie geschossen wurde, was sich auf den Sägespänen getan hat und was auf den Anstiegen wieder passiert ist." Kommentiert wird das alles von Holger Meier aus Söhlden, der zu Hause schon gute Erfahrungen mit sehbehinderten Fußballfans gemacht hat. Organisiert werden die Aktionen in Oberhof seit zwei Jahren von Freies Wort gemeinsam mit dem WSV Oberhof, wie von Pierre Döring zu erfahren war. Neben Sehbehinderten werden dabei auch Rolli-Fahrer einbezogen.