Herges-Hallenberg Eine traumhafte Effektivität

Abgeklärt: Steinbachs Andrei Dumitra, in der Innenverteidigung aufgeboten, hatte kaum brenzliche Situationen zu bereinigen und konnte sich wie hier oft in den Spielaufbau einschalten. Foto: Sascha Bühner Quelle: Unbekannt

Mit einem 8:0-Kantersieg macht der FC Steinbach-Hallenberg seinen tollen Saisonstart perfekt. In der Fußball-Landesklasse deklassiert die Reich-Elf die SG aus Gospenroda.

Herges-Hallenberg - Es war klar, dass der Erfolg gegen die "langen Lulatsche" in Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld der Gäste nicht mit hohen Bällen erreicht werden kann. Dass es mit den einfachen Mitteln Kurzpassspiel durch die Schnittstelle oder Steilpass in die Tiefe aber so gut klappen würde, konnte keiner ahnen. "Es war schon unser Plan, flach und einfach zu spielen, mit Pässen in die Tiefe. Weil wir uns in der Vorsaison gegen diesen Gegner aber sehr schwer damit getan haben, konnte keiner ahnen, dass wir damit so erfolgreich sein würden", sagte FC-Trainer David Reich, der während des Spiels das Grinsen kaum aus dem Gesicht bekam.

Schon der erste so gespielte Ball fand Robert Menz völlig frei, aber eben auch Zentimeter im Abseits (2.). Aber nur eine Minute danach war es so weit. Robert Teske schickte Paul Endter und der vollendete frei vor Gospenrodas Schlussmann Vogt eiskalt zum 1:0 (3.). Der konnte einem wirklich leid tun, sah er doch im Spielverlauf in beinahe regelmäßigen Abständen gegnerische Akteure frei auf sich zulaufen und war gegen sie meist ohne Chance. Kurz nach dem Rückstand bot sich auch den Gästen die erste Chance. Til Zarschler zog aus 16 Metern ab und zwang Bindriem zu einer Glanzparade. Aber es blieb für sehr lange Zeit die einzige wirklich gefährliche Aktion der Männer aus dem Wartburgkreis. Zu gut arbeitete der FC bei Ballverlust nach hinten.

Immer durch die Kette

Dieses Nach-hinten-Arbeiten brachte die Gästeabwehr, wenn überhaupt, dann nur sehr mangelhaft zustande. Immer wieder fanden die Gastgeber den Weg durch die Kette und das immer nach dem gleichen Schema. So brannte es schon vor dem 2:0 mehrfach lichterloh. Dann schickte Kirchner aus dem Mittelfeld Endter zur Grundlinie, der bediente von dort Robert Menz, der die Kugel über die Linie drückte (17.). Vier Minuten danach war das Spiel entschieden. Menz schickte Ludwig durch die Schnittstelle der Innenverteidigung, die sich nicht nur hier sehr pomadig präsentierte, der Steinbacher scheiterte zunächst an Vogt, traf aber im Nachschuss zum 3:0. Wie eine Kopie des Treffers fiel das 4:0, als diesmal Hermann allein auf Vogt zulief, der erneut die Hand an den Ball brachte, aber Hermann erhöhte im Nachsetzen auf 4:0 (37.). Davor und danach lief die Gospenrodaer Abwehr meist nur hinterher und stolperte von einer Verlegenheit in die andere. Davon ließ sich auch Vogt schließlich anstecken, der in der 43. Minute einen an sich harmlosen Schuss von Menz zum 5:0 passieren ließ.

Offensiv gab es von den Gästen rein gar nichts zu vermelden. Viel zu wenige Anspielstationen wurden geschaffen und wenn es einmal schnell ging, dann waren die Pässe derart ungenau, dass nicht mal ansatzweise Gefahr für das FC-Tor bestand. "Ich habe meinen Jungs in der Pause gesagt, dass wir jetzt unbedingt ohne Gegentor bleiben wollten", erzählte David Reich. Dass dies gelang, war aber keine Kunst. Nur einmal kam ein Gospenrodaer überhaupt noch zu einem gefährlichen Abschluss, aber Hohmann verzog in der 82. Minute deutlich. Dagegen legten sich die Steinbacher beinahe die Kugel selbst ins Netz, als sie sich eine zu legere Aktion im eigenen Strafraum leisteten, die Bindriem aber in letzter Sekunde bereinigte (75.).

Der FC war auch nach dem Seitenwechsel gedankenschneller, agierte aber längst nicht mehr so zielstrebig. Und doch klingelte es noch dreimal im Gästegehäuse. Vor dem 6:0 erlief sich Ludwig einen diesmal hoch aus der eigenen Hälfte in die Spitze gespielten Ball gegen die hüftsteif wirkende Innenverteidigung und lupfte ihn über Vogt ins Netz (53.). Das schönste Tor des Tages erzielte Alexander Fischer, der einen Freistoß aus nahezu 40 Metern unter die Latte donnerte (60.). Schließlich war es Youngster Paul Endter, der erneut steil durch die Schnittstelle geschickt eiskalt zum 8:0 traf (65.).

Den Rest der Partie spulte die Heimelf routiniert runter, sah sich aber einer ganzen Reihe von Frustfouls der Gäste ausgesetzt. So räumte Lorenz am gegnerischen Strafraum Kirchner ab, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben, an den Ball zu kommen. Ähnlich machte es Treibert, der an der Grundlinie zweimal versuchte, Hermann zu stoppen, und als dies nicht gelang, die grobe Sense auspackte. Da war er mit der Gelben Karte noch richtig gut bedient. "Ich bin richtig froh, dass sich am Ende keiner mehr verletzt hat. Das wäre es noch gewesen. Wir wollten sechs Punkte zum Start und das haben wir geschafft. Aber es kommen noch viele bessere Gegner, weswegen der momentane Tabellenstand auch nur eine schöne Momentaufnahme ist", schätzt David Reich ein.

Steinbach-Hallenberg: Bindriem; Dumitra, A. Fischer, Nattermann, Wahl, Teske, Kirchner, Hermann, Ludwig, Endter, Menz

Gospenroda: Vogt; Eichholz, Stark, Glock, Köhl, Scheuch, Treibert, Lusky, Zarschler, Hohmann, Lorenz

Hegenbarth - 120 - 1:0 Endter (2.), 2:0 Menz (17.), 3:0 Ludwig (21.), 4:0 Hermann (37.), 5:0 Menz (43.), 6:0 Ludwig (53.), 7:0 Fischer (60.), 8:0 Endter (65.)

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